Aktien Europa Schluss: Talfahrt der Ölpreise belastet

Ein deutlicher Rutsch der Ölpreise hat am Mittwoch die Börsen Europas belastet. Die meisten Aktienmärkte, die den grössten Teil des Handelstages lustlos und kaum verändert tendiert hatten, gaben am späteren Nachmittag nach und schlossen mit leichten Verlusten. Unter den wenigen Börsen, die sich im Plus halten konnten, zählte die britische.
05.04.2017 18:47

Der EuroStoxx 50 schloss mit minus 0,26 Prozent bei 3472,58 Punkten knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der Cac 40 in Paris verlor 0,18 Prozent auf 5091,85 Zähler. Der britische FTSE 100 hingegen rettete einen kleinen Gewinn von 0,13 Prozent auf 7331,68 Punkte. Zeitweise hatten dem "Footsie" keine vollen 85 Punkte mehr gefehlt, um eine Bestmarke zu erklimmen.

Auslöser für die steile Talfahrt der Ölpreise waren aktuelle Daten aus den USA: Dort waren in der vergangenen Woche die Rohöllagerbestände überraschend gestiegen und hatten einen Rekordstand erreicht. Analysten hingegen hatten mit einem leichten Rückgang der Lagerbestände gerechnet. Die Rohölpreise werden an den Finanzmärkten von Marktteilnehmern als Indikator für die Weltkonjunktur gesehen.

Schlusslicht unter den Branchen Europas war erneut der Autosektor, der um 1,00 Prozent nachgab, während der Immobiliensektor als Favorit um 0,71 Prozent zulegte.

Für die Anteilsscheine von Syngenta ging es im SMI um 0,92 Prozent nach oben. Das chinesische Staatsunternehmen ChemChina hat gleich zwei Hürden beim Kauf des Schweizer Agrarchemie-Konzerns genommen. Die US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und auch die EU-Kommission haben dem Verkauf unter Auflagen grünes Licht erteilt.

Ansonsten bewegten Studien: Die Aktien des Aussenwerbespezialsten JCDecaux büssten in Paris 3,93 Prozent ein. Die US-Bank JPMorgan empfiehlt nicht mehr, die Anteilsscheine überzugewichten. Auf kurze Sicht sei das Gewinnpotenzial begrenzt, schrieb Analyst Marcus Diebel. In London gaben die Aktien von Astrazeneca um 1,97 Prozent nach und litten unter einer Abstufung der Schweizer Grossbank UBS auf "Neutral". Analyst Jack Scannell sieht mehr Risiken als Chancen mit Blick auf die Mystic-Studie gegen Lungenkrebs./ck/jha/

(AWP)