Aktien Europa Schluss: Überwiegend Gewinne - Hohes Eurostoxx-Wochenplus

Europas wichtigste Börsen sind am Freitag überwiegend mit Gewinnen ins Wochenende gegangen. Kursverluste am Vormittag wurden rasch abgeschüttelt beziehungsweise in Grossbritannien eingedämmt. Der EuroStoxx 50 gewann zum Handelsende 0,55 Prozent auf 3403,39 Punkte. Die Wochenbilanz ist mit plus 3 Prozent ausgesprochen erfreulich. Von den positiven Impulsen aus den USA im Wochenverlauf profitierte auch der europäische Markt.
03.03.2017 19:16

In Paris rückte der CAC-40-Index zum Wochenschluss um 0,63 Prozent auf 4995,13 Punkte vor. Steigende Umfragewerte für den Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron hätten den französischen Aktienmarkt gestützt, kommentierte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Macron vertritt eine klar europafreundliche Linie und will damit der Rechtspopulistin Marine Le Pen Paroli bieten.

Für den Londoner FTSE 100 ging es hingegen um 0,11 Prozent nach unten auf 7374,26 Punkte. Der "Footsie" bleibt damit gleichwohl in Schlagdistanz zu seinem am Vortag erreichten Rekordhoch bei 7394 Punkten.

Derweil verdichten sich die Anzeichen für eine Zinserhöhung in den USA noch in diesem März. Mehrere führende US-Notenbanker hatten zuletzt eine weitere Anhebung signalisiert, was bei den Anlegern in Konjunkturoptimismus übersetzt wurde. Sie warten nun auf Aussagen von Janet Yellen an diesem Abend (mitteleuropäische Zeit) und erhoffen sich davon die letzte Gewissheit über den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts. "Die Chefin hat nun das letzte Wort", so formulierte es Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin von der Commerzbank.

Besonders schwach zeigte sich zum Wochenausklang der Mediensektor, nachdem der britische Werbekonzern WPP über einen schwachen Start ins neue Geschäftsjahr berichtet und die Erwartungen gedämpft hatte. Die Aktien von WPP fielen als Schlusslicht in London um 7,95 Prozent auf das tiefste Niveau seit Dezember 2016. WPP begründete das Abschneiden mit einem schwachem Wachstum der Weltwirtschaft. "Erstaunlicherweise ist dies genau das Gegenteil von dem, was an den Aktienmärkten gerade gefeiert wird", sagte ein Börsianer.

Im Eurostoxx belegten die Bank-Papiere die vorderen Plätze. Tagessieger waren die Anteile der Societe Generale mit plus 4,57 Prozent. BNP Paribas legten um 2,84 Prozent zu. Steigende Umfragewerte für den Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron hätten französische Bank-Titel angetrieben, hiess es. Dieser vertritt eine klar europafreundliche Linie und will damit der Rechtspopulistin Marine Le Pen Paroli bieten.

Am Eurostoxx-Ende befand sich mit der Deutschen Bank ebenfalls ein Finanzwert. Die Papiere litten unten den am Nachmittag erneut aufgekommenen Spekulationen über eine Kapitalerhöhung und verloren 1,29 Prozent. Auf der Aufsichtsratssitzung am 16. und 17. März würden strategische Möglichkeiten ausgelotet, darunter eine Kapitalerhöhung und der teilweise Verkauf der Vermögensverwaltung, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Personen.

In Paris rückten zudem die Anteile des Autobauers PSA um 2,89 Prozent vor. Die Franzosen verhandeln weiter mit dem US-Konzern General Motors über eine Übernahme von Opel. Die Gespräche verliefen in einer positiven Grundstimmung, sagte ein Sprecher des Konzerns mit den Marken Peugeot und Citroën am Freitag. Es gebe aber noch keine Entscheidung. Das "Handelsblatt" hatte zuvor vorab am Freitag berichtet, dass der Verkauf am Montag vereinbart werden solle./ajx/he

(AWP)