Aktien Europa Schluss: Verluste - Gewinnmitnahmen im Bankensektor (AF)

PARIS/LONDON (awp international) - An Europas Börsen ist es am Mittwoch nach zwei freundlichen Handelstagen wieder abwärts gegangen. Der wieder rückläufige Ölpreis und leichte Verluste an der Wall Street drückten etwas auf die Stimmung. Zudem wurden im Bankensektor nach den jüngst kräftigen Kursanstiegen infolge der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten Gewinne mitgenommen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,77 Prozent auf 3026,36 Punkte.
16.11.2016 18:51

Für den französischen CAC-40-Index ging es um 0,78 Prozent auf 4501,14 Zähler bergab und der britische FTSE-100-Index verlor 0,63 Prozent auf 6749,72 Punkte.

Während der Subindex der europäischen Bankenwerte im marktbreiten Stoxx Europe 600 seinen jüngsten Gewinnen Tribut zollte und als Schlusslicht unter den 19 Branchen um 1,25 Prozent nachgab, war der Mediensektor grösster Gewinner mit plus 1,55 Prozent.

Ansonsten sorgten Geschäftszahlen für Bewegung. Bouygues -Papiere stiegen an der Spitze des Cac 40 um 2,65 Prozent und schlossen auf dem höchsten Stand seit Anfang April. Der französische Mischkonzern hatte seinen Gewinn in den ersten neun Monaten zwar nicht so stark wie erwartet gesteigert und der Umsatz schrumpfte, doch im Telekomgeschäft war die Profitabilität gestiegen.

Die Titel der Bank ABN Amro rutschten in Amsterdam um 4,13 Prozent ab. Die im Zuge der Finanzkrise verstaatlichte Grossbank, die zu einem kleinen Teil vor einem Jahr wieder an die Börse gebracht wurde, hatte für das dritte Quartal einen Gewinnsprung gemeldet. Nun machten die Aktionäre Kasse, denn die Aktie war erst am Vortag bei 22,12 Euro auf ein Rekordhoch gestiegen. Seit ihrem Tief im Juli hat sie inzwischen um rund 50 Prozent zugelegt. Nach Börsenschluss teilte die Bank dann noch mit, dass die Niederlande ihren Anteil von aktuell 77 auf 70 Prozent verringern wollen. Insgesamt sollen bis zu 65 Millionen Aktien in einem beschleunigten Verfahren zum Kauf angeboten werden.

Dass der Triebwerkshersteller Rolls-Royce zuversichtlich ist, mit seinen Einsparungen das oberen Ende der eigenen Erwartungen zu erreichen, konnte die Investoren nur zum Handelsstart kurz erwärmen: Für die Aktien des MTU-Konkurrenten ging es letztlich als Schlusslicht im britischen "Footsie" um 2,12 Prozent bergab. Der schwache Ölpreis macht dem Konzern zu schaffen. Die Aktien des britischen Lebensversicherers Prudential gaben nach der Vorlage von Neunmonatszahlen um 0,16 Prozent nach.

Um 3,06 Prozent ging es für die Anteilsscheine des Baustoffeherstellers LafargeHolcim abwärts. Der Konzern hat seine Beteiligung an der indischen Ambuja Cement und deren Tochtergesellschaft ACC erhöht und geht deshalb nicht mehr davon aus, die Verschuldung bis Ende 2016 auf 13 Milliarden Franken senken zu können./ck/jha/

(AWP)