Aktien Europa Schluss: Verluste - Sorgen um Konjunktur und Banken

PARIS/LONDON (awp international) - Sorgen über die Weltwirtschaft und den Zustand der Bankenbranche haben Europas Börsen am Donnerstag auf Talfahrt gehen lassen. Die Erholungsrally zur Wochenmitte war schnell vergessen. Der EuroStoxx 50 knickte um 3,90 Prozent auf 2680,35 Punkte ein. Tiefer hatte der Leitindex der Eurozone zuletzt im Sommer 2013 geschlossen.
11.02.2016 18:58

Der Cac-40-Index in Paris sackte am Donnerstag um 4,05 Prozent auf 3896,71 Punkte ab und der Londoner FTSE 100 verlor 2,39 Prozent auf 5536,97 Zähler.

Negative Leitzinsen und deren Auswirkungen auf die Bankenbranche seien mittlerweile am Markt zu einem wunden Punkt geworden, sagte Analyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets. So verlangt etwa die Europäische Zentralbank (EZB) seit einiger Zeit von Geschäftsbanken für kurzfristig bei ihr geparktes Geld einen Strafzins von 0,3 Prozent.

Dass nun die schwedische Notenbank ihren Leitzins noch tiefer ins Minus senkte, schlug laut Lawler den Anlegern entsprechend aufs Gemüt. Zudem habe die französische Grossbank Societe Generale mit ihren Geschäftszahlen die Erwartungen verfehlt.

Die Aktien der Societe Generale (SocGen) brachen als Schlusslicht im EuroStoxx um mehr als 12 Prozent ein. Die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle im Öl- und Gassektor sowie höhere Kosten hätten das Ergebnis belastet, so ein Analyst. Auch andere Bankenwerte gerieten abermals deutlich unter Druck. Der Index der europäischen Bankentitel knickte am Ende des Branchentableaus um mehr als 6 Prozent ein.

Die Rohstoffbranche geriet ebenfalls erneut unter die Räder. Die Aktien von Rio Tinto büssten nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen mehr als 3 Prozent ein. Der Verfall der Rohstoffpreise hatte dem britisch-australischen Bergbaukonzern im vergangenen Jahr schwer zugesetzt. Die Aktionäre müsse sich nun auf eine niedrigere Dividende gefasst machen.

Für die Papiere des französischen Ölkonzerns Total ging es um 3,27 Prozent und damit etwas weniger als für den EuroStoxx nach unten. Total stemmt sich mit einer höheren Produktion und Sparmassnahmen gegen den Ölpreisverfall. Der Gewinn hatte deutlich über den Erwartungen der Analysten gelegen.

Jubelstimmung herrschte hingegen bei den Aktionären des schwedischen Pharmaunternehmens Meda nach einem Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Mylan . Der Meda-Kurs raste um fast 70 Prozent nach oben./mis/he

(AWP)