Aktien Europa Schluss: Verluste - US-Börsen schwächeln und Euro legt zu

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Dienstag nach einem weitgehend freundlichen Verlauf leicht im Minus geschlossen. Positive Impulse durch Wirtschaftsnachrichten aus China verpufften, zumal die US-Börsen nach einem verlängerten Wochenende schwächer in den Handel starteten und auch der Euro gegen Nachmittag neuen Auftrieb erhielt.
05.09.2017 18:44

Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,28 Prozent auf 3420,86 Punkte und weitete damit seinen Vortagesverlust noch etwas aus. Der französische CAC-40 gab um 0,34 Prozent auf 5086,56 Zähler nach. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,52 Prozent auf 7372,92 Punkte nach unten.

Der Eurokurs, der am Vormittag noch kurzzeitig wieder unter 1,19 US-Dollar gefallen war, legte am späten Nachmittag bis auf 1,1940 Dollar zu. Eine starke Gemeinschaftswährung kann Unternehmen den Absatz ihrer Waren ausserhalb der Euroregion erschweren, da er sie dort teurer macht.

Stärkster Sektor in Europa war die Autobranche mit einem Plus von 0,89 Prozent. Ein Händler verwies darauf, dass der Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts zuletzt gut gelaufen und bis an die vielbeachtete 200-Tage-Linie herangerückt sei, die aktuell noch aufwärts gerichtet ist. Diese Linie gilt unter charttechnisch orientierten Anlegern als Indikator für den längerfristigen Trend.

Am Ende des europäischen Branchentableaus hingegen fanden sich die Bankentitel mit einem Minus von 1,25 Prozent. Unter ihnen büssten die Anteile der im EuroStoxx notierten BBVA 1,75 Prozent ein. Presseberichten zufolge gilt die Grossbank als Anwärterin auf das zum Verkauf stehende spanische Privatkundengeschäft der Deutschen Bank.

In London ragten die Aktien von Aveva mit einem Kursplus von fast 26 Prozent auf 2414 Pence hervor, während die Aktien von Schneider Electric im EuroStoxx um 0,26 Prozent stiegen. Der französische Elektrotechnikkonzern will sein Industriesoftware-Geschäft mit dem britischen Software-Spezialisten fusionieren. Am Ende soll Schneider 60 Prozent halten. Die Aveva-Aktionäre sollen 40 Prozent an dem vergrösserten Unternehmen bekommen und um ihnen den Deal zu versüssen, bekommen sie zusätzlich 1014 Pence je Aveva-Aktie.

Die Papiere von Provident Financial waren im britischen "Footsie" Schlusslicht mit minus 6,54 Prozent. Seit der zweiten Gewinnwarnung des Kreditanbieters im August - die erste erfolgte im Juni - ist die Aktie schwer angeschlagen. Am 22. August hatte sie rund 75 Prozent an Wert eingebüsst, bevor sie sich dann wieder etwas erholte. Aktuell beträgt der Kursverlust noch rund 54 Prozent.

Reckitt Benckiser büssten 2,72 Prozent ein und litten unter einer Abstufung der französischen Bank Exane BNP auf "Neutral". Das angeschlagene Unternehmen hatte am Montag den Weggang von gleich vier Vorstandsmitgliedern bekannt gegeben. Es erholt sich immer noch von einer Cyberattacke, die im Juni zu einer Warnung vor niedrigeren Umsätzen für das Gesamtjahr geführt hatte. Exane-Analyst Jeff Stent rechnet für die Briten nun damit, dass sich deren abgebremste Geschäftsentwicklung zunächst weiter fortsetzen wird. Die mittelfristig angepeilten moderaten Margensteigerungen hält er zudem zwar für realistisch, doch erinnerte er daran, dass Reckitt in der Vergangenheit die eigenen Ziele eher übertroffen hatte./ck/stk

(AWP)