Aktien Europa Schluss: Verluste vor geldpolitischen Entscheidungen

PARIS/LONDON (awp international) - Die Unsicherheit vor den Notenbanksitzungen in den USA, Japan und Grossbritannien hat am Montag für Vorsicht und Zurückhaltung an den Börsen Europas gesorgt. Zudem belastete die wieder entflammte E-Mail-Affäre um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton die Stimmung.
31.10.2016 18:55

Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit einem Verlust von 0,78 Prozent auf 3055,25 Punkte, verbuchte damit im Monat Oktober aber dennoch einen Gewinn von 1,8 Prozent. Der französische CAC-40-Index verlor am Montag 0,86 Prozent auf 4509,26 Punkte. Für den britischen FTSE-100-Index ging es um 0,60 Prozent auf 6954,22 Punkte abwärts.

Der am Dienstag tagenden japanischen Notenbank (BoJ) macht der starke Yen zu schaffen. Von der US-Notenbank Fed, die am Mittwoch ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt gibt, wird inzwischen noch in diesem Jahr eine Leitzinsanhebung erwartet, aber erst nach der US-Präsidentenwahl. Die Bank of England (BoE) dürfte am Donnerstag wohl ihre Zinsen unverändert lassen. Im Fokus stehen aktuell allerdings eher Spekulationen um die Zukunft von Notenbankgouverneur Mark Carney.

Auf Unternehmensseite blieb es zum Wochenstart noch recht ruhig. Die Berichtssaison nimmt erst ab Dienstag wieder Fahrt auf. Der Blick auf die Branchen zeigte die grössten Gewinne unter den Rohstoffaktien. Der Sektor legte um 0,82 Prozent zu.

Schlusslicht dagegen war der Öl- und Gassektor mit einem Minus von 1,48 Prozent. Die Papiere dieser Branche gehören im Oktober dennoch dank des wieder höheren Ölpreises neben den Bankaktien zu den grössten Gewinnern. Nachdem es den Vertretern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und anderer Förderländer am Wochenende aber erneut nicht gelungen war, sich auf eine Aufteilung der bereits beschlossenen Förderkürzung zu einigen, fielen die Ölpreise auf ein Einmonatstief. Entsprechend finster sah es auch für Einzelwerte aus: Eni etwa gaben im EuroStoxx um 2,22 Prozent nach, Royal Dutch Shell sanken in London um 1,86 Prozent und die Aktien von Total verloren in Paris 1,53 Prozent.

Eine Gerichtsentscheidung sorgte dagegen für starke Kursaufschläge bei Papieren des schweizerischen Bauchemie-Unternehmens Sika . Sie gewannen knapp 12 Prozent und kosteten damit 4756 Franken das Stück. Ihr Rekordhoch hatten sie im Tagesverlauf bei 4932 Franken erklommen. Am Freitag waren die Aktien noch zeitweise um nahezu 8 Prozent abgesackt.

Das Zuger Kantonsgericht hatte am Freitag die Anfechtungsklage der Schenker-Winkler Holding (SWH) gegen die Beschlüsse der Generalversammlung 2015 abgewiesen. Damit wird dem französischen Baukonzern Saint-Gobain weiterhin die Übernahme einer Kontrollmehrheit verwehrt. Bis auf weiteres - denn die verkaufswilligen Familienaktionäre haben bereits Berufung angekündigt./ck/he

(AWP)