Aktien Europa Schluss: Verluste zu Wochenbeginn - Ölpreise geben nach

PARIS/LONDON (awp international) - Der EuroStoxx 50 ist zum Wochenauftakt wieder etwas zurückgefallen. Nachdem der Leitindex der Eurozone am Freitag noch deutlich angezogen war, stand nun am ein moderates Minus von 0,54 Prozent auf 3008,72 Punkte zu Buche. Die Experten der Postbank sprachen am Montag von einer gewissen Orientierungslosigkeit, die zuvor schon die Überseebörsen in den USA und Asien ergriffen habe.
17.10.2016 18:24

Weiteren Beobachtern zufolge belasteten auch die wieder etwas schwächelnden Ölpreise die Aktienmärkte. Sie könnten auf eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums hindeuten.

Auch die Börsen in Paris und London gaben nach: Der CAC-40 fiel um 0,46 Prozent auf 4450,23 Zähler und der FTSE 100 verlor 0,94 Prozent auf 6947,55 Punkte.

An Europas Börsen gab es branchenweit nur Verlierer. Bankaktien allerdings schlugen sich mit einem Minus von 0,08 Prozent noch recht wacker - hier sorgte zuletzt insbesondere die Nachricht von der Zustimmung der Aktionäre zur Fusion der italienischen Geldhäuser Banco Popolare und Banca Populare di Milano für Schub. Platz eins im Eurostoxx 50 sicherte sich die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo mit einem Kursaufschlag von rund 1 Prozent. Die Aktien des französischen Branchenkollegen BNP Paribas gewannen als zweitbester Wert 0,63 Prozent.

Die italienischen Banken gehören zu den grössten Sorgenkindern im europäischen Bankensektor. Bislang mieden viele internationale Anleger die italienischen Häuser wegen ihrer grossen Probleme mit Kreditausfällen. Mit der Fusion verbinde sich die Hoffnung, den Glauben der Investoren an die Branche wiederherzustellen, schrieb Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK. Ob dies dauerhaft gelinge, bleibe aber abzuwarten.

Die zuletzt etwas gefallenen Ölpreise lasteten derweil zu Wochenbeginn auf den Kursen der Energieriesen. Der Aktienkurs des Ölkonzerns Total fiel um 1,20 Prozent. Ebenfalls mit jeweils mehr als 1 Prozent Kursverlust erwischte es in London die BP und Shell .

Zudem verschreckte der Verlagskonzern Pearson die Anleger mit einem Umsatzrückgang: Die Aktien büssten am Ende des FTSE 100 rund 8,5 Prozent an Wert ein. Pearson ist weltweit die Nummer eins im Bildungsbereich. In den ersten neun Monaten hatten die Briten vor allem im wichtigen US-Markt mit einer Nachfrageschwäche zu kämpfen gehabt./la/he

(AWP)