Aktien Europa Schluss: Weiter lockere Geldpolitik stimmt zuversichtlich

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Donnerstag positiv auf die vorerst weiter lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 legte um 0,40 Prozent auf 3447,66 Punkte zu und baute damit sein Vortagesplus noch etwas aus. Der französische CAC-40 -Index gewann 0,26 Prozent auf 5114,62 Zähler. Der britische FTSE 100 stieg um 0,58 Prozent auf 7396,98 Punkte.
07.09.2017 18:54

EZB-Präsident Mario Draghi betonte, das Anleihekaufprogramm werde weiterlaufen, bis die Inflation substanziell steigt. Diese ist aus Sicht der EZB noch immer zu niedrig. Einen zügigen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik wird es also wohl nicht geben. Konkreteres soll im Oktober bekannt gegeben werden.

Aus Branchensicht hatten am Donnerstag europaweit Technologiewerte die Nase vorn. Der entsprechende Subsektor im Stoxx Europe 600 legte um 1,47 Prozent zu. Schwächster Sektor war dagegen der der Banken mit minus 0,75 Prozent. Die Finanzwerte litten unter den vorerst weiter niedrigen Zinsen.

Die Papiere von Energieunternehmen profitierten von positiven Analystenstudien sowie Übernahmespekulationen. So hatte die spanische Zeitung "Expansion" geschrieben, der Stromkonzern Iberdrola könnte seine Fühler nach der RWE -Ökostromtochter Innogy ausstrecken. Allerdings dementierte ein Sprecher den Bericht. Dennoch zogen Iberdrola-Titel um 0,88 Prozent an. Die Aktien des französischen Wettbewerbers Engie stiegen an der Spitze des EuroStoxx um 2,67 Prozent auf 14,795 Euro, nachdem die HSBC-Analysten das Kursziel von 15,40 auf 16,20 Euro angehoben hatten.

Unter Druck standen hingegen die Papiere von Ferrari mit einem Kursabschlag von 6,91 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte die Aktien der Sportwagenschmiede und Fiat-Tochter gleich um zwei Stufen von "Overweight" auf "Underweight" gesenkt und dies damit begründet, dass sich der Aktienkurs seit Jahresbeginn inzwischen verdoppelt habe.

Die Nordea-Anteilsscheine büssten 1,43 Prozent ein. Die schwedische Grossbank will der scharfen Regulierung im Heimatland mit einer Verlagerung ihres Hauptsitzes nach Finnland entgehen. Dadurch sollen auch Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden.

Weiter aufwärts ging es hingegen im Londoner "Footsie" für die Anteile von Micro Focus mit plus 5,12 Prozent nach etwas mehr als 6 Prozent am Vortag. Vor drei Tagen war der britische Techkonzern mit der Software-Sparte des US-Unternehmens HP Enterprise (HPE) zu einem der weltgrössten Software-Anbieter verschmolzen worden./ck/jha/

(AWP)