Aktien Europa Schluss: Wenig verändert an Christi Himmelfahrt

Europas Börsen haben an Christi Himmelfahrt nach einem recht schwankungsintensiven Handelstag wenig verändert geschlossen. Da die Umsätze, wie an Feiertagen üblich, recht dünn gewesen seien, hätten derartige Kursbewegungen einkalkuliert werden müssen, sagte ein Börsianer am Donnerstag.
25.05.2017 18:30

Zum Handelsschluss standen moderaten Gewinnen an der spanischen Börse in Madrid leichte Verluste in Mailand gegenüber. Der EuroStoxx 50 fiel um 0,06 Prozent auf 3584,55 Punkte, nachdem er zum Handelsstart noch die Marke von 3600 Punkten übersprungen hatte. In Paris bewegte sich der CAC-40 mit minus 0,08 Prozent auf 5337,16 Punkte letztlich ebenfalls kaum vom Fleck. Der Londoner FTSE 100 legte um 0,04 Prozent auf 7517,71 Punkte zu.

Impulse für den Handel kamen vor allem aus den USA: Die meisten Mitglieder der US-Notenbank (Fed) hatten sich laut dem Protokoll der vergangenen Sitzung für eine baldige Fortsetzung der geldpolitischen Straffung ausgesprochen. Da ein weiterer Zinsschritt im Juni bereits mehrheitlich erwartet wird, war das zwar keine Überraschung mehr. Allerdings signalisierte die Fed zugleich, sie wolle mehr Hinweise abwarten, ob die jüngste Wirtschaftsschwäche in der weltgrössten Volkswirtschaft tatsächlich nur vorübergehend sei. Erst dann soll es mit dem Abbau geldpolitischer Stimuli weitergehen.

Unter den 19 Branchen Europas war der Ölsektor Schlusslicht mit einem Minus von 1,19 Prozent. Die Ölpreise waren trotz der Verlängerungen der Förderbeschränkungen um neun Monate durch das Ölkartell Opec gefallen. Die Märkte schienen aber etwas enttäuscht, begründete Jan Edelmann, Analyst bei der HSH Nordbank, die Kursverluste. Einige hätten offenbar noch mit etwas mehr gerechnet.

Weiter im Blick der Anleger an Europas Börsen standen die nunmehr wieder gehandelten Aktien von Safran , die am Mittwochvormittag zusammen mit denen von Zodiac vom Handel ausgesetzt worden waren. Der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran teilte schliesslich mit, dass er nach der Gewinnwarnung von Zodiac im März nun nicht mehr so viel für den Flugzeugausrüster zahlen wolle, wie ursprünglich geplant. Die Offerte wurde von 29,47 auf 25,00 Euro je Aktie gesenkt. Die Safran-Aktien gewannen an der EuroStoxx-Spitze nun mehr als 3 Prozent. Bei den Anteilscheinen von Zodiac stand ein Plus von 0,61 Prozent auf 23,105 Euro zu Buche.

In London brachen ausserhalb des FTSE 100 die Aktien von Petrofac um rund 30 Prozent ein. Nachdem die britische Strafverfolgungsbehörde Ermittlungen wegen Korruption aufgenommen hatte, suspendierte der Öl- und Gaskonzern seinen Vorstand Marwan Chedid.

Die Anteile von Tate & Lyle sackten um gut 5 Prozent ab. Der Zuckerhersteller hatte seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2016/17 vorgelegt. Laut dem Analystenhaus Davy Research könne der Südzucker-Konkurrent zwar auf ein von Fortschritten gekennzeichnetes Jahr zurückschauen. Allerdings dürfte sich nach den Zahlen die Konsensschätzung für den operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr kaum ändern./la/he

(AWP)