Aktien Europa Schluss: Wieder etwas abwärts - Sorge vor Brexit dominiert

PARIS/LONDON (awp international) - Europas Börsen sind nach einem Tag Pause wieder etwas unter Druck geraten. Die wichtigsten Aktienindizes hatten am Donnerstag allerdings zwischenzeitliche, herbe Verluste deutlich reduziert, nachdem positive US-Immobiliendaten die tonangebende Wall Street ein wenig gestützt hatten.
16.06.2016 18:27

Zum Handelsschluss lag der EuroStoxx 50 noch 0,39 Prozent tiefer bei 2819,30 Punkten. Insbesondere die Schwäche der Bankenwerte hatte den Leitindex der Eurozone zwischenzeitlich mit einem Minus von 1,60 Prozent auf das tiefste Niveau seit Februar gedrückt. Der CAC-40-Index verlor in Paris 0,45 Prozent auf 4153,01 Punkte und der Londoner FTSE-100-Index fiel um 0,27 Prozent auf 5950,48 Punkte.

Allgegenwärtig blieb die Furcht vor einem Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union (Brexit), über den die Bürger Mitte kommender Woche entscheiden. Im frühen Handel hatte bereits die japanische Börse mit klaren Verlusten einen negativen Trend vorgegeben. Dort waren zudem die Hoffnungen auf weitere Impulse der Notenbank des Landes enttäuscht worden.

Die britische Notenbank hielt derweil angesichts der Sorge vor einem Brexit an ihrem geldpolitischen Kurs fest.

Am Vorabend hatte die Präsidentin der US-Notenbank, Janet Yellen, erklärt, dass das anstehende Brexit-Referendum die Geldpolitik stark belaste und entsprechend eine Rolle bei ihrer Entscheidung eines unveränderten Zinsniveaus gespielt habe. Ökonomen und internationale Institutionen warnen vor Börsenturbulenzen und volkswirtschaftlichen Schäden, sollte das Königreich die Europäische Union verlassen.

Die Anleger sind vor dem Referendum in Grossbritannien vor allem auf der Suche nach Sicherheit: Anleihen und Gold bleiben gefragt. Der freie Fall der Renditen von Rentenpapieren belastet die Bankenbranche, die 1,30 Prozent an Wert einbüsste. Im EuroStoxx verloren die Papiere der italienischen Unicredit und der Deutschen Bank jeweils mehr als 2 Prozent. Letztere hatte zwischenzeitlich ein frisches Rekordtief erreicht.

Die Aktien der Credit Suisse fielen um mehr als 1 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank sieht bei der Grossbank sowie bei dessen Wettbewerber UBS weiteres Verbesserungspotenzial. Die Institute hätten in den vergangenen zwölf Monaten ihre Kapitalpolster zwar weiter erhöht. Trotzdem forderte die Zentralbank in ihrem Stabilitätsbericht weitere Schritte vor allem bei der Verschuldungsquote und bei den Vorkehrungen für den Fall eines Zusammenbruchs der Institute. UBS-Papiere gaben um rund ein halbes Prozent nach.

Am EuroStoxx-Ende fielen die Papiere von Airbus um 2,28 Prozent. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern kann seine Lieferziele für seinen Grossraumjet A350 für dieses Jahr möglicherweise nicht einhalten. Angesichts von Zulieferproblemen werde Airbus die geplante Zahl von 50 Auslieferungen im Spätsommer noch einmal auf den Prüfstand stellen, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier den Zeitungen "Financial Times" und "La Tribune". Derzeit hält der Konzern aber noch an den Zielen fest.

Gefragt waren dagegen Minenwerte wie Fresnillo und Randgold , die sich in London um knapp 2 beziehungsweise fast 5 Prozent verteuerten./la/jha/

(AWP)