Aktien Europa Schluss: Zähe Gewinne vor der EZB-Sitzung

An den europäischen Börsen war am Dienstag einmal mehr kollektives Abwarten angesagt. Bevor am Donnerstag die Aussagen der Europäischen Zentralbank zu ihrem Anleihekaufprogramm mit Spannung erwartet werden, gingen die Anleger weiterhin sehr vorsichtig zu Werke. Auch wegen insgesamt gemischt ausgefallener Quartalszahlen wollten sie sich nicht klar positionieren.
24.10.2017 18:32

Zum Schluss verteidigte der EuroStoxx 50 ein denkbar knappes Plus von 0,05 Prozent auf 3610,69 Punkte. Der Pariser Leitindex CAC-40 gewann 0,15 Prozent auf 5394,80 Punkte, während der FTSE 100 in London mit 7526,54 Punkten so gut wie auf der Stelle trat. Ohne neue Nachrichten zur Katalonienkrise schloss der spanische Leitindex Ibex 35 etwas deutlicher mit 0,44 Prozent im Plus.

Konjunkturdaten bewegten kaum. So auch die Unternehmensstimmung, die sich im Euroraum im Oktober stärker als erwartet eingetrübt hat. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg attestierte dieser aber ein weiterhin hohes Niveau. "Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung dürften sich die Währungshüter in ihrem Vorhaben bestätigt sehen, eine Reduzierung des Anleihekaufvolumens bekanntzugeben", schlussfolgerte er.

Schwächster Sektor in Europa waren Pharma- und Gesundheitswerte, deren Teilindex um 1,5 Prozent fiel . Ins Kontor schlug dabei ein Kursrutsch von fast 5 Prozent bei Philips . Nach durchwachsenen Quartalszahlen vom Vortag äusserten sich nun einige Analysten negativer zum Anbieter von Gesundheitstechnologie. Infolge einer guten Kursentwicklung gaben die Experten von Kepler Cheuvreux ihre bisherige Kaufempfehlung auf.

Belastend wirkte sich im Sektor auch ein Minus von rund 3 Prozent bei Novartis aus. Die Papiere des Pharmakonzerns litten Marktteilnehmern zufolge unter dem Aufschub der Entscheidung über die Zukunft der Augenheilsparte Alcon. Eine Entscheidung soll nun nicht mehr in diesem Jahr fallen, was am Markt für Enttäuschung sorgte. Die Quartalszahlen hingegen wurden positiv beurteilt.

Mit einem Plus von knapp 4 Prozent nahmen die Anteile von Essilor nach Zahlen die Spitze im EuroStoxx ein. S&P-Analystin Siti Salikin blickt bei dem Brillenglashersteller nun positiv voraus - unter anderem wegen der anstehenden Fusion mit Luxottica . Die Aktien des italienischen Brillenherstellers stiegen in Mailand sogar um fast 5 Prozent - ungeachtet schwacher Umsatzzahlen.

In London waren die Aktien des Gastgewerbe-Unternehmens Whitbread nach vorgelegten Zahlen mit fast 5 Prozent Minus das Schlusslicht im "Footsie". Analysten hinterfragten hier trotz eines höher als erwartet ausgefallenen Vorsteuergewinns die verlangsamte flächenbereinigte Umsatzentwicklung im zweiten Geschäftsquartal kritisch.

Spektakulär ging es beim Apple-Zulieferer AMS zu. Die in Zürich notierten Titel des österreichischen Chipherstellers gingen mit mehr als einem Fünftel Plus durch die Decke. Anlass dazu gab der optimistische Ausblick des Unternehmens auf das vierte Geschäftsquartal. Händlern zufolge milderte dies die zuletzt spürbaren Sorgen um die Nachfrage nach den iPhones von Apple./tih/jha/

(AWP)