Aktien Europa Schluss: Zittern vor Trump - Ölpreis belastet ebenfalls

PARIS/LONDON (awp international) - Die Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat auch die Börsen in Europa spürbar in Mitleidenschaft gezogen. Die Finanzwelt zittere vor einem Präsidenten Trump, lautete der Tenor unter Marktbeobachtern. Entscheidend zur Katerstimmung habe aber auch der wieder deutlich rückläufige Ölpreis beigetragen, während die weltweiten Konjunkturdaten an diesem Tag kaum Impulse gesetzt hätten, hiess es.
04.11.2016 18:38

Der EuroStoxx 50 beendete am Freitag den nunmehr sechsten Handelstag in Folge mit Verlusten. Mit einem Minus von 0,64 Prozent auf 2954,53 Punkten beendete der Leitindex der Eurozone den Handel und büsste damit im Wochenverlauf 4,0 Prozent ein.

Der französische CAC-40-Index sank am Freitag um 0,78 Prozent auf 4377,46 Punkte. Für den britischen FTSE-100-Index ging es um 1,43 Prozent auf 6693,26 Punkte nach unten, womit sich der Wochenverlust des "Footsie" auf 4,3 Prozent beläuft.

Die Zitterpartie wird sich noch in der kommenden Woche fortsetzen, denn erst am Mittwochmorgen deutscher Zeit dürfte klar sein, ob nun die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton oder der als unberechenbar geltende Republikaner Donald Trump das Rennen gemacht hat. Während im Fall eines Sieges von Clinton mit einer "Erleichterungsrally" gerechnet wird, wird ein Sieg von Trump als möglicher Schock für die Finanzmärkte gesehen.

Unter den Einzelwerten im EuroStoxx stachen die Aktien von L'Oreal heraus, die an der Index-Spitze um 2,17 Prozent stiegen. Dank guter Geschäfte in Nordamerika setzte der Kosmetikkonzern im dritten Quartal mehr um als erwartet.

Zu den grössten Verlierern im Leitindex für den Euroraum zählten dagegen die Anteilsscheine von Axa mit minus 2,93 Prozent. Der französische Versicherer konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres nicht so stark wie erwartet steigern.

In der Schweiz standen die Aktien von Richemont und LafargeHolcim im Mittelpunkt des Interesses. Richemont gewannen als Favorit im Swiss-Market-Index (SMI) 5,15 Prozent. Nach einer Gewinnhalbierung im ersten Halbjahr müssen nun sowohl der Vorstandschef als auch der Finanzvorstand den Uhren- und Schmuckkonzern im kommenden Jahr verlassen. Aussagen zur Umsatzentwicklung im Oktober wurden laut Händlern positiv aufgenommen.

Der weltgrösste Zementhersteller LafargeHolcim meldete im abgelaufenen Quartal trotz einer anhaltend schwachen Nachfrage überraschend einen Gewinnsprung, was den Aktien ein Plus von 1,18 Prozent bescherte.

In London büssten Hikma Pharmaceuticals 6,82 Prozent ein. Händler verwiesen auf eine Studie der Bank HSBC. Die Analysten senkten das Kursziel für die Aktie./ck/mis

(AWP)