Aktien Europa: Schwacher Euro sorgt weiter für Gewinne

PARIS/LONDON (awp international) - Der weiter schwache Euro hat die jüngste Rally beim EuroStoxx 50 befeuert. Der Leitindex der Eurozone knackte am Montagvormittag zum ersten Mal seit Anfang September wieder die Marke von 3100 Punkten und legte zuletzt um 0,81 Prozent auf 3102,65 Punkte zu. Kursverluste beim Euro können die Ausfuhren der exportlastigen Unternehmen der Eurozone erleichtern.
24.10.2016 10:50

Der französische CAC-40-Index stieg um 0,71 Prozent auf 4568,50 Punkte. Ausserhalb der Eurozone legte der britische FTSE-100-Index um 0,24 Prozent auf 7037,11 Punkte zu.

"Die schwache Gemeinschaftswährung ist ein Bote einer künftig höheren Inflation in der Eurozone", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Das sei gut für europäische Aktien, die von weltweiten Investmentfonds aus Angst vor einer Deflation seit dem Brexit-Referendum weiträumig umschifft würden.

Händler führen die derzeitige Euro-Schwäche auf die Aussicht auf eine weiter ungebremste Geldflut durch die Europäische Zentralbank (EZB) zurück. Im Anschluss an die Zinssitzung der Notenbank am vergangenen Donnerstag hatte sich EZB-Präsident Mario Draghi zwar mit konkreten Hinweisen zur weiteren Entwicklung der Geldpolitik weitgehend zurückgehalten. Allerdings machte der Notenbanker deutlich, dass ein abruptes Ende der Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur unwahrscheinlich sei.

Unter den Einzelwerten zogen die Anteilsscheine von Philips mit einem Gewinn von rund 4,5 Prozent die Aufmerksamkeit auf sich. Damit landeten sie auf dem Siegertreppchen im EuroStoxx. Die stärkere Ausrichtung auf Gesundheit und Medizintechnik zahlte sich beim niederländischen Elektrokonzern im dritten Quartal aus.

Aus Branchensicht hatten derweil Rohstoffwerte mit einem Aufschlag von 1,38 Prozent die Nase vorn. Dementsprechend zählten die Aktien der Minenkonzerne Antofagasta und BHP Biliton mit Gewinnen von jeweils rund 2 Prozent zu den Favoriten im FTSE 100.

Spitzenreiter im britischen Leitindex waren die Anteilsscheine des Billigfliegers Easyjet mit plus 2,29 Prozent. Die Schweizer Bank UBS hatte die Papiere zum Kauf empfohlen.

Klares Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI waren die Aktien von Syngenta mit minus 6,87 Prozent. Der chinesische Chemiekonzern ChemChina machte bei der geplanten Übernahme des Düngemittelherstellers keine Zugeständnisse gegenüber den EU-Kartellbehörden. Unter Anlegern ging deshalb die Sorge um, dass der Deal noch scheitern könnte. Der Kursrutsch bei Syngenta sorgte zudem dafür, dass die Chemiebranche mit minus 0,06 Prozent der einzige Verlierer in der Branchenübersicht war./la/das

(AWP)