Aktien Europa: Schwacher Euro und starke Bankaktien sorgen für Gewinne

Der weiter fallende Euro hat am Mittwoch den EuroStoxx 50 gestützt. Der Leitindex der Eurozone war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen und lag am späten Vormittag 0,49 Prozent im Plus bei 3553,76 Punkten. Eine schwächelnde Gemeinschaftswährung kann den Export der Unternehmen erleichtern.
27.09.2017 11:46

Der französische Leitindex CAC-40 rückte um 0,17 Prozent auf 5277,60 Punkte vor. Beim Londoner FTSE 100 stand ein Plus von 0,12 Prozent auf 7294,64 Punkte zu Buche.

Mit Blick auf die weiteren Länderbörsen ragte Madrid mit einem Plus von mehr als 1 Prozent positiv heraus. Nachdem die Kurse dort zuletzt unter den Turbulenzen rund um das umstrittene Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens gelitten hatten, setzte nun eine Erholung ein. Besonders gefragt waren Bankaktien , die auch europaweit die Nase vorn hatten und um 1,50 Prozent stiegen.

Die Kursgewinne bei den Bankaktien gingen zum Einen auf die wieder steigenden Renditen an den Kapitalmärkten zurück. Die Präsidentin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, habe mit ihrer Rede vom Vorabend eine weitere Zinserhöhung in den USA im Dezember wahrscheinlicher gemacht, kommentierte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Damit könnten sich einem Händler zufolge die Erträge der Geldhäuser im Anleihegeschäft stabilisieren, nachdem die Zinsen von Anfang Juli bis Anfang September stark unter Druck geraten waren.

Zudem sorge die Erwartung an die Steuerpläne des US-Präsidenten Donald Trump grundsätzlich für etwas mehr Risikofreude unter den Investoren, sagte der Händler. Von dieser profitierten vor allem die als risikoreiches Investment geltenden Finanzwerte.

Unter den Einzelwerten spielte derweil die Musik in Paris. Dort zogen die Aktien von Alstom um rund 6 Prozent an. Der Elektrokonzern Siemens legt sein Zuggeschäft mit dem französischen Konkurrenten zusammen. Geplant ist eine "Fusion unter Gleichen". Die Papiere von Siemens gewannen zuletzt in Frankfurt knapp 2 Prozent.

Im Zuge des Deals verteuerten sich die Papiere von Bouygues um knapp 2,5 Prozent und setzten sich damit an die Spitze des CAC 40. Der Mischkonzern ist auch nach dem Deal weiter an Alstom beteiligt und kann auf eine Sonderdividende hoffen.

Bester Wert im EuroStoxx waren die Anteilsscheine von Telefonica mit einem Gewinn von 2,60 Prozent. Analyst Nicolas Didio von der Privatbank Berenberg geht davon aus, dass die zunehmende Digitalisierung der Prozesse den Kapitaleinsatz des spanischen Telekomkonzerns verringern wird./la/jha/

(AWP)