Aktien Europa: Sorgen um US-Geldpolitik beunruhigen die Anleger

Sorgen um eine weitere Normalisierung der US-Geldpolitik haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag etwas belastet. Der EuroStoxx 50 weitete seine Vortagesverluste aus und fiel um 0,33 Prozent auf 3461,04 Punkte. Im frühen Handel hatte der Leitindex der Eurozone gleichwohl um bis zu 0,76 Prozent eingebüsst.
06.04.2017 10:52

In Paris gab der CAC-40-Index zuletzt um 0,21 Prozent auf 5080,92 Punkte nach. In London sank der FTSE 100 um 0,84 Prozent auf 7270,13 Punkte.

Die US-Notenbank Fed könnte bereits in diesem Jahr ihre Bilanz verkleinern. Dieser Abbau der Bilanz soll nach dem Willen der meisten Fed-Mitglieder passiv erfolgen, das heisst, die im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise erworbenen Staatsanleihen und Hypothekenpapiere sollen nicht verkauft, sondern nur nicht mehr ersetzt werden.

Bislang hat der Geldsegen der Notenbanken die Aktienmärkte angetrieben, nun dreht zumindest die Fed das Rad nach und nach zurück. Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets sprach von einer schrittweisen, aber nicht ruckartigen Normalisierung der Geldpolitik. Laut Markus Huber, Händler für City of London Markets, nahmen die Anleger die Äusserungen der Fed zum Anlass, nach dem guten Lauf der Märkte in den letzten Monaten einige Gewinne mitzunehmen.

Europaweit mussten fast alle Branchen Verluste hinnehmen. Am stärksten unter Druck standen Medienwerte, die 1,23 Prozent einbüssten.

Thema des Tages war derweil der angekündigte Umbau von Unilever . Der Konsumgüterkonzern verordnete sich nach dem abgewehrten Übernahmeversuch durch den US-Konzern Kraft Heinz ein umfangreiches Veränderungsprogramm. Damit will der Konzern in den kommenden Jahren zwei Milliarden Euro zusätzlich einsparen und bis zum Jahr 2020 seine Profitabilität deutlich nach oben schrauben.

Teil des Umbaus bei Unilever ist unter anderem ein Verschmelzen der vormals separaten Geschäfte mit Lebensmitteln und Erfrischungen. Die Brotaufstrich-Sparte soll dabei entweder ganz verkauft oder zumindest eigenständig werden. Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital äusserte sich skeptisch, da die Gewinnmargen in dieser Sparte recht hoch seien. Auch die Anleger meldeten offenbar Zweifel an: Die Aktien schwanken in Amsterdam deutlich zwischen Plus und Minus; zuletzt gaben sie leicht nach.

Durchwachsen verlief derweil das Börsendebüt des Erfurter Halbleiterherstellers X-Fab SE an der Börse Euronext in Paris. Der erste Kurs lag bei 7,80 Euro und damit unter dem Ausgabepreis von 8,00 Euro. Am Vormittag dann pendelten die Anteilsscheine um den Ausgabekurs./la/fbr

(AWP)