Aktien Europa: Spaniens und Italiens Börsen wieder unter Druck

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag wieder an Schwung verloren. Der EuroStoxx 50 schaffte zwar gleich zu Handelsbeginn noch den Sprung auf den höchsten Stand seit Anfang Juni, drehte dann aber schnell wieder ins Minus. Gegen Mittag büsste der Leitindex der Eurozone 0,26 Prozent auf 3604,25 Punkte ein.
06.10.2017 11:57

Zum Wochenschluss blickten die Anleger wieder mit Sorge auf die Krise rund um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region Katalonien. Der Konflikt zieht immer weitere Kreise. Auch der Bankensektor zieht nun Konsequenzen aus der unsicheren Lage: Die fünftgrösste Bank des Landes, Banco Sabadell , will aus der Region abwandern und ihren Hauptsitz nach Alicante an der Costa Blanca verlegen.

Insofern gerieten vor allem die Kurse an den grossen südeuropäischen Börsen unter Druck. So büsste der spanische Ibex 35 0,72 Prozent ein, nachdem er sich am Donnerstag noch deutlich von seinen jüngsten Verlusten erholt hatte. Bankaktien bildeten in Madrid mit Verlusten von mehr als ein Prozent das Schlusslicht in der dortigen Sektorübersicht.

In Mailand fiel der italienische Leitindex FTSE MIB um fast 1 Prozent. Der französische CAC-40 gab um 0,17 Prozent auf 5369,97 Zähler nach.

Für den britischen FTSE 100 hingegen ging es um 0,13 Prozent auf 7517,93 Punkte nach oben. Der "Footsie" profitierte etwas von dem schwächeren Pfund, das Exporteuren das Leben erleichtern kann.

Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von CRH um knapp 1,5 Prozent. Der HeidelbergCement-Konkurrent muss um die geplante Übernahme von Ash Crove bangen. Der US-Zementhersteller erhielt die Indikation für eine höhere Offerte von einem weiteren Interessenten. Namen wollte Ash Grove nicht nennen. Bei dem potenziellen Bieter soll es sich um den US-Baustoffhersteller Summit Materials handeln, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete.

Der Billigflieger Easyjet kam im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr dank des Sommergeschäfts noch einmal glimpflich davon. So konnten die Briten den Gewinnrückgang in Grenzen halten. Analysten sahen in dem Zahlenwerk gleichwohl Licht und Schatten, so dass die Papiere am "Footsie"-Ende rund 1,5 Prozent einbüssten.

In Zürich zogen die Anteilsscheine von Credit Suisse um 1,68 Prozent an. Die Aktien der Schweizer Bank hätten wieder Aufwärtspotenzial, schrieb die Expertin Anke Reingen vom Analysehaus RBC Capital. Denn die Anleger könnten die Rückflüsse, die Kostensenkungsmassnahmen und die Trennung von nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte honorieren./la/jha/

(AWP)