Aktien Europa: Überwiegend leicht im Minus nach Macrons Wahlsieg

Der Sieg des sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron bei der Präsidentenwahl in Frankreich hat Europas Aktienmärkte am letztlich kaltgelassen. Die wichtigsten Börsenbarometer waren zwar am Montag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet, rutschten dann aber in die Verlustzone. Die Anleger agierten nach dem Motto "Bei Gerüchten kaufen, bei Fakten verkaufen", schrieb Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus ETXCapital. Schliesslich hatten die Anleger bereits zuvor auf eine europafreundliche Präsidentschaft in Frankreich spekuliert.
08.05.2017 11:03

Der französische Leitindex CAC 40 büsste 0,59 Prozent auf 5'400,18 Punkte ein, nachdem er zwischenzeitlich das höchste Niveau seit Januar 2008 erreicht hatte. In den beiden letzten Wochen war er allerdings bereits um mehr als 7 Prozent in die Höhe geschnellt, nachdem Macron die erste Runde der Präsidentenwahlen für sich entschieden hatte.

Der EuroStoxx 50 war kurz auf den höchsten Stand seit August 2015 geklettert, bevor Gewinnmitnahmen den Leitindex der Eurozone ins Minus drückten. Zuletzt stand ein Abschlag von 0,31 Prozent auf 3'647,63 Punkte zu Buche. Der FTSE 100 in London aber legte um 0,15 Prozent auf 7'308,42 Punkte zu.

Die Franzosen haben mit der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten einen Rechtsruck und eine Existenzkrise der Europäischen Union abgewendet. Der linksliberale Senkrechtstarter setzte sich in der Stichwahl deutlicher als erwartet gegen seine rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen durch, die einen klaren Anti-EU-Kurs fährt und Frankreich aus dem Euro führen will.

Die Experten der DZ Bank äusserten sich vorsichtig optimistisch: "Europa kann vorerst aufatmen, denn in den zentralen politischen Fragen steht Emmanuel Macron für einen gemässigten Kurs." Doch die Erleichterung Europas und die Freude des Gewinners dürften nur kurz anhalten. Der neue Hausherr im Élysée-Palast werde von Beginn an unter Druck stehen, der offensichtlichen Spaltung des Landes entgegenzuwirken.

Schlusslicht im EuroStoxx waren die Aktien des Elektrokonzerns Schneider Electric mit einem Minus von rund 4 Prozent. Sie hatten allerdings Ende letzter Woche auch besonders deutlich von der Hoffnung auf einen Sieg Marcons profitiert.

Gewinnmitnahmen machten sich auch bei den Bankwerten negativ bemerkbar. Der entsprechende Branchenindex fiel um 0,49 Prozent.

Am unattraktivsten präsentierten sich Papiere von Minenwerten mit einem Minus von 0,98 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs riet, die Branche im Portfolio unterzugewichten. Das Wirtschaftswachstum im wichtigen Nachfrageland China dürfte sich abschwächen, hiess es zur Begründung./la/das

(AWP)