Aktien Europa: Verluste am Brückentag - Öl- und Finanzwerte belasten

Die europäischen Börsen haben am Freitag nach Christi Himmelfahrt in einem dünnen Handel nachgegeben. Nach knapp schwächerem Handelsstart rutschte der EuroStoxx 50 bis zum späten Vormittag immer tiefer ins Minus ab. Der Leitindex der Eurozone fiel zuletzt um 0,74 Prozent auf 3'558,06 Punkte. Er stand damit am unteren Ende seiner jüngsten Spanne zwischen 3'560 und 3'600 Punkten. Auf Wochensicht steuert der Index nun auf ein Minus von fast einem Prozent zu.
26.05.2017 11:10

"Zahlreiche europäische Investoren nutzen den heutigen Brückentag für ein verlängertes Wochenende", schrieb die Postbank in einem Morgenkommentar. An solchen Tagen sind Bewegungen noch eher zufallsgetrieben als sonst. Konkrete Nachrichten waren ebenso Mangelware wie eindeutige Vorgaben. Eine eher negative Tendenz gaben zwar die Börsen in Asien vor, was vor allem an durchwachsenen Konjunkturdaten aus Japan lag. In New York dagegen hatten einige Indizes am Vortag im freundlichen Handel neue Rekorde erzielt.

Die negative Richtung vorgegeben haben dürfte beim EuroStoxx daher vor allem der schwache Handel in Paris, wo der CAC 40 gleichauf mit dem Leitindex der Eurozone um 0,77 Prozent auf 5'295,83 Punkte fiel. Belastet wurde er vor allem von den schwachen Öl- und Finanzwerten - eine Erscheinung, die sich auch europaweit negativ auswirkte.

Der Londoner FTSE 100, der sich zuletzt häufiger währungsgetrieben vom europäischen Umfeld abkapselt, rückte dagegen vor dem Feiertag am Montag um 0,15 Prozent auf 7'528,97 Punkte vor. Das britische Pfund tendierte über Nacht wieder schwach, was sich positiv auf die Exportperspektiven auswirkt. Händler begründeten dies mit einer neuen Umfrage zu den anstehenden Parlamentswahlen, wonach die oppositionelle linke Labour-Partei deutlich aufgeholt hat.

Unter den 19 Branchenindizes Europas war jener des Ölsektors mit 1,38 Prozent Minus das Schlusslicht. Dabei wirkte sich ein abermaliger Rutsch der Ölpreise aus, nachdem die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) am Vortag mit dem Ausmass ihrer fortgesetzten Förderbegrenzung enttäuscht hatte. Weil der fallende Ölpreis auch das Gewinnpotenzial von Ölkonzernen bremst, lagen Eni und Total im EuroStoxx mit etwa 1,5 Prozent im Minus.

Zur Schwäche neigten ausserdem Bankenwerte, deren Teilindex ähnlich stark um 1,26 Prozent nachgab. Die zahlreichen Aktien von Finanzinstituten dominierten folglich die Verliererlisten im EuroStoxx, angeführt von Intesa Sanpaolo, der Deutschen Bank und der Societe Generale mit Abgaben von jeweils mehr als 2 Prozent./tih/fbr

(AWP)