Aktien Europa: Verluste - Anleger halten sich vor wichtigen US-Daten zurück

Die europäischen Börsen sind am Donnerstag nach einem verhaltenen Start klar ins Minus gerutscht. Vor etlichen Konjunkturdaten aus den USA scheuten die Anleger offenbar das Risiko. Als sichere Anlage geltende deutsche Bundesanleihen wurden derweil etwas attraktiver: Erstmals seit Anfang 2016 kletterte die Rendite für Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit über 0,5 Prozent.
06.07.2017 11:59

Gegen Mittag lag der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit 0,70 Prozent im Minus bei 3454,12 Punkten. In Paris ging es für den CAC-40-Index um 0,80 Prozent auf 5138,62 Zähler bergab, wogegen der FTSE 100 in London nur 0,25 Prozent auf 7349,36 Punkte verlor.

Am Nachmittag steht unter anderem der ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe im Juni auf der Agenda. Er gilt als Indikator für den offiziellen und viel beachteten monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird. Die amerikanische Notenbank Fed orientiert sich in ihrer Geldpolitik besonders stark an der Beschäftigungsentwicklung. Das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung hatte belegt, dass die US-Währungshüter uneins sind, wann der Abbau der riesigen Bilanzsumme beginnen soll.

Im marktbreiten Index Stoxx Europe 600 favorisierten die Anleger am Donnerstag Autoaktien : Deren Branchenindex gewann 0,15 Prozent. Während die Vorzugsaktien von Volkswagen von einem positiven Analystenkommentar profitierten, stützte ein Grossauftrag der Bundeswehr den Aktienkurs des Autozulieferers und Rüstungskonzerns Rheinmetall .

Grösster Verlierer war dagegen der Index der Reise- und Freizeitindustrie mit minus 1,43 Prozent. Hier bremste die leichte Erholung der Ölpreise - diese sind ein wichtiger Kostenfaktor für Fluggesellschaften und Transportunternehmen. Zudem belastete ein mehr als sechsprozentiger Kursrutsch bei Sodexo, nachdem der französische Cateringspezialist sein Wachstumsziel für den Jahresumsatz abermals gesenkt hatte.

Indes schafften die Anteile des Konzerns AB Foods einen Kurssprung von 3,5 Prozent. Sie profitierten davon, dass das Unternehmen dank einer starken Entwicklung bei der Modetochter Primark nun etwas optimistischer auf das laufende Jahr blickt.

Am Schweizer Aktienmarkt legte die Versandapotheke Zur Rose ein ordentliches Börsendebüt hin: Nach einem ersten Kurs von 151 Franken stiegen die Papiere der DocMorris-Mutter bis auf 159 Franken, bevor sie knapp unter ihr Anfangsniveau zurück fielen. Der Platzierungspreis von 140 Franken hatte am oberen Ende der geplanten Preisspanne gelegen./gl/ag

(AWP)