Aktien Europa: Verluste vor Fed-Sitzung und Niederlande-Wahl

Vor wichtigen Notenbanken-Sitzungen und den Wahlen in den Niederlanden haben sich die Anleger an Europas Börsen am Dienstag sichtbar zurückgehalten. Der EuroStoxx 50 sank um 0,34 Prozent auf 3403,93 Punkte. Damit kommt der Eurozonen-Leitindex weiter kaum Fleck, hält sich aber auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2015. Der französische CAC 40 verlor 0,33 Prozent auf 4982,91 Zähler.
14.03.2017 10:59

Dagegen rückte der britische FTSE 100 um 0,10 Prozent auf 7374,48 Punkte vorrückte. Er profitierte vom abrutschenden Pfund, das britische Produkte für ausländische Käufer tendenziell verbilligt. Marktbeobachter erklärten die Schwäche der Währung damit, dass mit der Zustimmung des britischen Parlaments der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) näher rückt. Ausserdem hätten Pläne der schottischen Lokalregierung für ein neues Unabhängigkeitsreferendum belastet.

Neben dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed und den niederländischen Parlamentswahlen am Mittwoch stehen im Wochenverlauf die Zinsentscheidungen weiterer wichtiger Notenbanken an. Eine Leitzinsanhebung in den USA um 0,25 Prozentpunkte gilt als ausgemachte Sache. Deshalb warten die Anleger vor allem auf Hinweise, wie schnell die Fed ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter straffen könnte.

Spannend wird auch der Wahlausgang in den Niederlanden. Einiges spricht allerdings dafür, dass der rechtsliberale Regierungschef Mark Rutte am Ruder bleibt - wenn auch mit neuen Koalitionspartnern. Dem Rechtspopulisten Geert Wilders werden kaum Chancen eingeräumt, Rutte abzulösen, da bisher keine andere Partei mit seiner PVV koalieren will.

Im europäischen Branchenvergleich hielten sich die Titel der Medizinunternehmen noch am besten: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 trat prozentual unverändert auf der Stelle. Dagegen verlor der Bankenindex am Ende des Branchentableaus 0,73 Prozent.

Unter den Einzelwerten stach der Energiekonzern Engie mit einem Kursrutsch von 1,31 Prozent heraus - das bedeutete den letzten Platz im EuroStoxx 50. Gerüchten zufolge interessieren sich die Franzosen für die Ökostrom-Tochter Innogy des deutschen Konkurrenten RWE .

KPN-Titel verteuerten sich um 0,94 Prozent, nachdem der niederländische Telekomkonzern seine Beteiligung an Telefonica Deutschland weiter abgebaut hat. Über einen Aktientausch mit dem spanischen Mutterkonzern Telefonica reduziere sich der Anteil von 15,5 Prozent auf 9,5 Prozent, teilte KPN mit. Die Telefonica-Aktien sanken um 1,36 Prozent./gl/stb

(AWP)