Aktien Europa: Vor EZB-Aussagen von Quartalsberichten bewegt

Vor den mit Spannung erwarteten EZB-Aussagen haben sich die Börsen Europas am Donnerstag nur moderat vom Fleck bewegt. Impulsgeber für die Richtung bis zur Mittagszeit waren erneut vor allem Quartalsbilanzen.
26.10.2017 12:09

Der EuroStoxx 50 legte zuletzt um 0,02 Prozent auf 3592,35 Punkte zu und wurde vor allem von den Nokia-Papieren ausgebremst. Am Vortag hatte der Leitindex der Eurozone rund ein halbes Prozent nachgegeben. Der Pariser Leitindex CAC-40 gewann am Donnerstagmittag 0,31 Prozent auf 5391,38 Punkte, was auch den Papieren von STMicro zu verdanken war. Der FTSE 100 in London rückte um 0,30 Prozent auf 7469,88 Punkte vor.

"Die Bühne gehört heute der EZB", kommentierte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Erst die Informationen zur Zukunft des QE-Programms dürften dem Handel Leben einhauchen, erwartet er. Am Markt wird überwiegend damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik bekanntgeben wird. Die Wertpapierkäufe, so die Vermutung, dürften zwar auch 2018 noch fortgeführt werden, allerdings in geringerem Umfang als bisher.

Dass der Technologiesektor in Europa am schwächsten abschnitt, war in erster Linie Nokia geschuldet. Während die vorgelegten Quartalszahlen des Telekomkonzerns und Netzwerkausrüsters von Analysten durchaus als ok oder gut bewertet wurden, monierten sie den negativen Ausblick. Nokia kämpft mit steigenden Kosten und erwartet ein zunehmend herausforderndes Marktumfeld. Die Aktie brach am Ende des Eurostoxx um 14,55 Prozent ein und verzeichnete den stärksten Tagesverlust seit mindestens 5 Jahren.

Auch der Bericht des Brauereikonzerns AB Inbev kam am Markt nicht gut an. Die Papiere litten unter anderem unter einer schwachen Biernachfrage in den USA und büssten im EuroStoxx 2,38 Prozent ein.

Die Anteile der Bank Santander legten nach Zahlen hingegen um 0,82 Prozent zu. Die Morgan-Stanley-Analysten sprachen von einem "soliden Quartal". Da die Aktie aber bereits gut gelaufen sei, hatten die Experten der US-Bank nicht mit grösseren Kursausschlägen gerechnet. In London dagegen büssten die Papiere der Bank Barclays 6,55 Prozent ein. Der Markt reagierte mit Blick auf die vorgelegte Bilanz zum dritten Quartal vor allem enttäuscht, da die Handelserträge der Briten aus dem Investmentbanking-Geschäft schwächer gewesen waren als die der US-Wettbewerber.

Im Pariser CAC 40 stachen die Aktien des Halbleiterhersteller STMicroelectronics positiv hervor mit plus 6,21 Prozent, während in der Schweiz die Papiere des Industriekonzerns ABB um 2,87 Prozent stiegen. Bei STMicro trieb eine starke Nachfrage nach Chips für das Internet der Dinge, intelligentes Fahren und Smartphones Umsatz und Gewinn im dritten Quartal hoch. Zudem fiel der Ausblick optimistisch aus. ABB übertraf mit seinem Zahlenwerk die Erwartungen. Da sich die Schweizer aktuell zudem in einem Übergangsjahr befinden, stimmt dies optimistisch für 2018, denn dann sollten sich die Stärken des Geschäftsmodells voll entfalten, hiess es am Markt./ck/zb

(AWP)