Aktien Europa: Weitere Abgaben - Gewinnmitnahmen wegen politischer Risiken

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag nochmals Federn gelassen. Börsianer verwiesen einmal mehr auf politische Risiken, die Anleger zögerlich stimmten und so vor dem Wochenende zu Gewinnmitnahmen verleiteten. Der EuroStoxx 50 knüpfte daher mit weiteren Abgaben an seine schon am Vortag zögerliche Kursentwicklung an. Am späten Vormittag stand das Kursbarometer der Eurozone mit 0,33 Prozent im Minus bei 3322,82 Punkten. Im Wochenverlauf bedeutet dies aber noch ein Plus von 0,35 Prozent.
24.02.2017 11:11

Weil die Märkte derzeit auf ihrem erhöhten Niveau stagnieren, mutmasst Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets, dass die Investoren das Risiko eines möglichen Wahlsiegs der Rechtspopulistin Marine Le Pen in Frankreich vor Augen haben. In den USA gibt es ausserdem weiter keine Klarheit über die künftige Wirtschafts- und Steuerpolitik. Der neue Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuletzt erneut eine umfassende Steuerreform in Aussicht gestellt, blieb die ersehnten Details aber weiter schuldig.

An den Länderbörsen in Frankreich und Grossbritannien waren die Vorzeichen daher ebenfalls rot. Ins Minus gezogen von einigen Unternehmensberichten, die am Markt nicht gut ankamen, büsste der CAC-40 in Paris gut ein halbes Prozent auf 4867,82 Zähler ein. In London stand der FTSE 100 0,27 Prozent tiefer bei 7251,67 Punkten. Belastet wurde der britische Leitindex von schwachen Finanz- und Minenwerten.

Bei Einzelwerten sorgten auch am Freitag wieder einige Zahlenvorlagen für Gesprächsstoff. Aktien von Vivendi toppten die Verliererliste im EuroStoxx mit einem Kursrutsch um 5,5 Prozent. Bei den am Vorabend vorgelegten Zahlen des französischen Medienkonzerns blieb der Ausblick hinter den höher gesteckten Marktprognosen zurück.

Unerfreulich war in Frankreich auch die Kurstendenz bei Saint-Gobain : Die Titel des Baustoffkonzerns büssten nach den am Vorabend vorgelegten Zahlen fast 3 Prozent ein. Börsianer werteten hier den Umsatz auf vergleichbarer Basis als enttäuschend.

In London wiederum standen Resultate aus dem Bankensektor im Fokus: Das neunte Verlustjahr in Folge sorgte bei den Papieren der Royal Bank of Scotland (RBS) für ein Minus von 3,65 Prozent. Seit der Finanzkrise hat die Bank schon 58 Milliarden Pfund an Verlust angehäuft. Auch Standard Chartered kam 2016 nicht aus den roten Zahlen: Die Titel verloren als Schlusslicht im "Footsie" etwas mehr als 4 Prozent.

Besser erging es aber den Papieren der International Airlines Group (IAG) , die in London nach der Zahlenvorlage um 2 Prozent zulegten. Trotz der Brexit-Entscheidung hat die British-Airways-Mutter im vergangenen Jahr mehr Gewinn geschrieben. Ausserdem kündigte der Konzern Aktienrückkäufe im Wert von einer halben Milliarde Euro an./tih/fbr

(AWP)