Aktien Europa: Weitere Verluste - Starker Euro und Nasdaq-Kursrutsch belasten

Für Europas Aktienmärkte ist es am Mittwoch weiter bergab gegangen. Neben dem erstarkenden Euro, der die Exportchancen europäischer Unternehmen schmälert, drückte der erneute Kursrutsch an der US-Technologiebörse Nasdaq auf die Stimmung.
28.06.2017 11:12

Am späten Vormittag verlor der EuroStoxx 50 0,79 Prozent auf 3'510,45 Punkte. Damit knüpfte der Eurozonen-Leitindex an seine Vortagsschwäche an. Der französische CAC-40-Index büsste 0,70 Prozent auf 5'221,58 Zähler ein, während der britische FTSE 100 nur um 0,21 Prozent auf 7'418,39 Punkte nachgab.

Bereits am Dienstag hatte der Euro kräftig zugelegt, nachdem sich EZB-Präsident Mario Draghi. auf der alljährlichen Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra zuversichtlich für das Wachstum im Euroraum gezeigt hatte. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1362 US-Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich mit 1,1388 Dollar so hoch gestiegen war wie seit einem Jahr nicht mehr. Draghi habe einen ersten Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik getan, kommentierte Marco Valli, Chefvolkswirt für Europa bei der Grossbank Unicredit, dessen Äusserungen.

Im marktbreiten Index Stoxx Europe 600 gab es zur Wochenmitte fast nur Verlierer. Besonders hart traf es den Subindex der Technologieunternehmen, der im Sog der US-Werte um 1,14 Prozent absackte.

Der Index der Medizinbranche verlor 1,05 Prozent. Hier belastete auch das Minus von 1,35 Prozent bei Philips. Der niederländische Elektrokonzern geht weiter auf Einkaufstour und will das amerikanische Medizintechnikunternehmen Spectranetics für 38,50 Dollar je Aktie übernehmen. Inklusive Schulden würde die Firma mit 1,9 Milliarden Euro bewertet. Der angekündigte Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Euro half den Philips-Titeln nicht.

Mit am besten hielt sich in Europa der Index der Lebensmittel- und Getränkehersteller mit einem knappen Minus von 0,12 Prozent. Neben der traditionellen Widerstandsfähigkeit der Branche in einem schwachen Marktumfeld stützte ein Kursanstieg von 1,36 Prozent bei Nestlé. Einen Tag nach dem Einstieg des aktivistischen US-Investors Daniel Loeb hatte der Schweizer Lebensmittelhersteller Pläne für die künftige Ausrichtung vorgestellt und ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Franken bis Ende Juni 2020 angekündigt.

Bei ABN Amro mussten die Anleger einen Kursverlust von 2,11 Prozent auf 22,75 Euro verkraften, nachdem der niederländische Staat einen weiteren Anteil an der Bank verkauft hatte.

gl/das

(AWP)