Aktien Europa: Wenig Bewegung in den Indizes vor EZB-Sitzung

Vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank haben sich die Anleger an Europas Börsen am Donnerstag zurückgehalten. Deutlichere Gewinne verbuchte nur die spanische Börse. Der EuroStoxx 50 trat im späteren Vormittagshandel mit plus 0,04 Prozent auf 3390,93 Punkte auf der Stelle. In Paris gab der CAC-40 -Index um minimale 0,11 Prozent auf 4955,22 Punkte nach, während der spanische Ibex 35 um 0,69 Prozent zulegte. In London dagegen verlor der FTSE 100 0,36 Prozent auf 7307,68 Punkte.
09.03.2017 11:15

Eine Straffung der im Euroraum weiterhin extrem lockeren Geldpolitik wird zur EZB-Sitzung an diesem Nachmittag nicht erwartet. Trotz des jüngsten Inflationsanstiegs wird damit gerechnet, dass der Leitzins in der Eurozone unverändert bei null Prozent bleibt. Auch am Kaufprogramm für Anleihen dürfte sich nichts ändern. Laut Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen dürften die Marktakteure nach dem starken ADP-Bericht vom US-Privatsektor vor allem auf den US-Arbeitsmarktbericht für Februar am Freitag warten. "Erst danach ist wieder mit mehr Aktivität zu rechnen", sagte Gojny.

Branchenweit verbuchten Aktien von Bergbauunternehmen die deutlichsten Verluste. Der Rohstoff-Sektor büsste 2,5 Prozent ein. Der Chemiesektor hingegen war Favorit mit plus 0,5 Prozent. Vor allem die Aktien von Akzo Nobel stachen hervor mit einem Kursplus von etwas mehr als 13 Prozent auf 72,90 Euro. Der niederländische Farben- und Chemikalienkonzern wies ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten PPG Industries im Wert von rund 83 Euro je Aktie zurück. Um dem Aktienkurs weiter Auftrieb zu geben, erwägt das Management stattdessen nun eine Konzernaufspaltung.

Europas grösster Handelskonzern Carrefour stand nach der Vorlage seiner Jahresbilanz im Fokus der Investoren. Wie das Analysehaus Bernstein kommentierte, habe das von Schwächen auf dem Heimatmarkt Frankreich sowie in Lateinamerika und Asien gekennzeichnete Betriebsergebnis aus fortgeführtem Geschäft enttäuscht. Die Papiere sackten im CAC 40 um 4,20 Prozent ab und waren damit Schlusslicht.

Starke Zahlen für 2016 dagegen legte in Grossbritannien der Versicherer Aviva vor, dessen Aktien an der Spitze des "Footsie" um etwas mehr als 7 Prozent hochsprangen. Die Analysten von Panmure hoben zudem die geplanten zusätzlichen Ausschüttungen an die Aktionäre in diesem Jahr hervor und bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Papiere.

Vivendi waren Spitzenwert im EuroStoxx 50 mit plus 2,17 Prozent auf 17,19 Euro. Händler verwiesen auf eine Hochstufung durch die französische Bank Exane BNP. Diese habe die Aktie von Frankreichs grösstem Medienunternehmen von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und sehe das Kursziel nun bei 21 Euro, hiess es./ck/fbr

(AWP)