Aktien Europa: Zähes Auf und Ab vor der EZB-Sitzung

Die Anleger an den europäischen Börsen haben sich am Dienstag erneut zurückgehalten. Die allmählich zunehmende Flut an Quartalsberichten sowie die mit Spannung erwarteten Aussagen der Europäischen Zentralbank zum Anleihekaufprogramm stimmen vorsichtig. Die wichtigsten Indizes pendelten zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten.
24.10.2017 11:56

Der EuroStoxx 50 rückte kurz vor der Mittagszeit um 0,14 Prozent auf 3613,97 Punkte vor. Der Pariser Leitindex CAC-40 gewann 0,21 Prozent auf 5397,96 Punkte, während der FTSE 100 in London mit minus 0,06 Prozent auf 7519,92 Punkte auf der Stelle trat. In Spanien rückte der Leitindex Ibex 35 ohne neue Nachrichten zur Katalonienkrise um 0,17 Prozent vor.

Konjunkturdaten bewegten kaum. So hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Oktober stärker als erwartet eingetrübt. Das Niveau jedoch bleibt weiterhin hoch, weshalb Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba insgesamt von einer positiven Stimmung sprach. "Damit bleiben die Wachstumsaussichten in der Eurozone freundlich und im Vorfeld der EZB-Ratssitzung am Donnerstag dürften sich die Währungshüter in ihrem Vorhaben bestätigt sehen, eine Reduzierung des Anleihekaufvolumens bekanntzugeben", schlussfolgerte er.

Schwächster Sektor in Europa war der der Pharmakonzerne und anderer im Gesundheitswesen aktiven Unternehmen mit minus 0,68 Prozent. Ins Kontor schlugen vor allem die Kursverluste in Höhe von 2,53 Prozent von Philips sowie das Minus in den Novartis-Papieren von 2,0 Prozent. Der Anbieter von Technologien rund um die Gesundheit hatte am Montag durchwachsene Quartalszahlen vorgelegt. Nun folgten Analystenurteile. Nachdem etwa S&P Global die Aktie noch am Montagnachmittag auf "Hold" abgestuft hatte, folgte nun Kepler und stufte auf "Hold" ab.

Novartis litten Marktteilnehmern zufolge unter dem Aufschub der Entscheidung über die Zukunft der Sparte Alcon. Es sei erwartet worden, dass eine mögliche Abspaltung früher als zum nun kommunizierten frühsten Termin im ersten Halbjahr 2019 stattfinden würde, hiess es. Die Quartalszahlen hingegen wurden positiv beurteilt.

Mit einem Plus von knapp 4 Prozent nahmen die Anteile von Essilor die Spitze im Sektorindex, aber auch im EuroStoxx 50 ein. Der Brillenglashersteller, der vor der Fusion mit dem italienischen Unternehmen Luxottica steht, traf mit seinen Umsatzzahlen die Erwartungen und bekräftigte sein Jahresergebnisziel. Auch die Luxottica-Aktien stiegen ungeachtet schwächer als erwarteter Umsatzzahlen um 4 Prozent. Der weltgrösste Brillenhersteller hatte seine Erlöskennziffern am Montagabend vorgelegt.

In London büssten die Aktien des Gastgewerbe-Unternehmens Whitbread nach vorgelegten Zahlen am Ende des Footsie rund 5 Prozent ein. Analysten hinterfragten trotz eines höher als erwartet ausgefallenen Vorsteuergewinns die verlangsamte flächenbereinigte Umsatzentwicklung im zweiten Geschäftsquartal kritisch./ck/jha/

(AWP)