Aktien Frankfurt: Anleger bekommen kalte Füsse

FRANKFURT (awp international) - Eine durchwachsene Quartalsberichtssaison der Unternehmen und der fortgesetzte Rutsch der Ölpreise hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch vorsichtig werden lassen. Zudem hatte die Kauflaune der Konsumenten überraschend einen Dämpfer erhalten, wie aus Daten des Marktforschungsunternehmen GfK hervorging. Der Dax büsste bis zum Nachmittag 0,81 Prozent auf 10'670,44 Punkte ein.
26.10.2016 15:03

Auf dem Index lastete dabei auch ein Kursverlust von 2,57 Prozent des Schwergewichts Bayer. Ein Händler sprach von eigentlich guten Geschäftszahlen des Pharmakonzerns für das dritte Quartal, die aber keine positive Überraschung mehr geliefert hätten.

DAX KONNTE WIDERSTAND NICHT ÜBERWINDEN

Tags zuvor war dem Dax trotz des Sprungs auf ein Jahreshoch bei 10'827 Punkten der dauerhafte Ausbruch aus der seit August bestehenden Handelsspanne verwehrt geblieben. Der Kurs war wieder unter den wichtigen Widerstand um die 10'800 Punkte gerutscht. Die Überzeugung der Marktteilnehmer sei offenbar wenig nachhaltig gewesen, erklärte Anlagestratege Christoph Geyer von der Commerzbank. Dies habe sich auch in den rückläufigen Umsätzen widergespiegelt.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax sank zur Wochenmitte um 0,22 Prozent auf 21 223,18 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,74 Prozent auf 1'745,27 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um rund ein halbes Prozent.

Die Aktienmärkte erschienen wieder anfällig, sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Das müsse nicht heissen, dass ein Rückschlag drohe, doch für einen deutlichen Anstieg spreche das auch nicht gerade, zumal die Berichtssaison der Unternehmen mittelmässig verlaufe und eine Leitzinserhöhung in den USA weiter möglich erscheine. Höhere Zinsen machen Anleihen als Anlageform wieder attraktiver.

MERRILL KASSIERT KAUFEMPFEHLUNG FÜR NORMA GROUP

Die Papiere des Verbindungstechnik-Spezialisten Norma Group gerieten nach einer negativen Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch unter Druck. Die Aktien sackten um fast 7 Prozent ab. Analyst Kai Müller hatte seine Kaufempfehlung gestrichen und dies unter anderem mit kurzfristigen Wachstumssorgen angesichts des schwächelnden Lkw-Marktes sowie langfristigen Risiken begründet.

Im TecDax knickten die Aktien des Spezialmaschinenbauers Aixtron um mehr als 6 Prozent ein. Sie setzten damit ihre jüngste Talfahrt fort, die begonnen hatte, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium seine Unbedenklichkeitsbescheinigung gegen einen Verkauf nach China zurückgezogen hatte. Die geplante Übernahme hatte laut einem Bericht des "Handelsblatts" US-Geheimdienste auf den Plan gerufen.

KRONES STEIGEN - MITTELFRISTZIELE ÜBERZEUGEN

Der seit einiger Zeit unter einem Preiskampf bei Abfüllmaschinen für die Getränkeindustrie leidende Anlagenbauer Krones überzeugte derweil mit seinen mittelfristigen Wachstumszielen. Die zuletzt arg gebeutelten Papiere schnellten um 11 Prozent nach oben.

Die Aktionäre des Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus setzten ebenfalls auf wieder bessere Zeiten. Sie schüttelten die anfängliche Enttäuschung über einen Gewinneinbruch im Sommer ab. Der Kurs stieg auf Xetra zuletzt um 3,52 Prozent. So will Airbus vor Jahresende noch einmal aufdrehen: Statt gut 650 Verkehrsflugzeugen, wie bisher geplant, sollen in diesem Jahr jetzt mehr als 670 neue Jets die Werkshallen verlassen./mis/das

(AWP)