Aktien Frankfurt: Anleger bleiben einen Tag vor Fed-Entscheid in Lauerstellung

Wie schon zu Wochenbeginn ist der Dax auch am Dienstag bis zum Mittag kaum vom Fleck gekommen. Die Anleger blieben einen Tag vor dem US-Leitzinsentscheid und den Niederlande-Wahlen in Lauerstellung, kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. Der deutsche Leitindex pendelt bereits seit mehreren Tagen um die Hürde von 12 000 Punkten. Am späten Vormittag stand er zuletzt mit minus 0,01 Prozent bei 11 989,33 Punkten. Dabei blieben auch die erhofften Impulse durch Konjunkturdaten aus.
14.03.2017 12:12

Moderate Gewinne verbuchte der breitere deutsche Markt: Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax kletterte um 0,22 Prozent auf 23 471,89 Zähler. Der Technologie-Index TecDax verzeichnete ein Plus von 0,29 Prozent auf 1979,90 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab indes mit minus 0,18 Prozent etwas nach auf 3409,47 Punkte.

Auch die am Vormittag veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen konnten dem Markt keinen Kick geben. So hatten sich die Erwartungen deutscher Finanzexperten zwar aufgehellt, allerdings weniger stark als erwartet.

Im Blick der Anleger bleiben die Bewegungen am Devisenmarkt. Der Euro trat am Dienstag bei 1,064 US-Dollar nahezu auf der Stelle. Das britische Pfund stand unter Druck, nachdem Premierministerin Theresa May am späten Montagabend vom britischen Parlament grünes Licht für die Brexit-Erklärung erhalten hatte.

FED DÜRFTE LEITZINS ANHEBEN

Die Fed-Leitzinsentscheidung bleibt aber weiterhin das beherrschende Thema am Aktienmarkt. Es wird zwar fest damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte weiter erhöht, es sei etwa noch nicht viel über das Tempo der weiteren Zinsstraffung bekannt, so Marktbeobachter Stanzl. Die Anleger blieben daher derzeit lieber an der Seitenlinie.

Unternehmensseitig hielt noch einmal eine wahre Zahlenflut die Investoren auf Trab - wobei es sich allerdings vorwiegend um endgültige Daten handelte. Die Anleger schauten daher vor allem auf die Ausblicke der Unternehmen. So etwa beim Energiekonzern RWE , der nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr für 2017 nun Licht am Horizont sieht.

ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT RWE UND TOCHTER INNOGY

Dass die RWE-Aktien mit einem Plus von fast 9 Prozent an die Dax-Spitze schossen, war indes vorrangig auf Übernahmefantasien für die Tochter Innogy zurückzuführen. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Interesse des französischen Strom- und Gaskonzerns Engie berichtet. RWE stellte unterdessen erneut klar, die Mehrheit von 51 Prozent an Innogy behalten zu wollen. Innogy-Papiere verteuerten sich zuletzt um mehr als 7 Prozent.

Volkswagen -Vorzüge notierten nach der Veröffentlichung der Jahresbilanz knapp ein halbes Prozent schwächer. Wie sich zeigte, kämpft zum Start des grossangelegten Umbau- und Sparprogramms "Zukunftspakt" die Kernmarke des Autobauers weiter mit ihrer Gewinnschwäche.

WACKER CHEMIE ENTTÄUSCHT MIT AUSBLICK UND DIVIDENDE

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie enttäuschte indes mit seinem Ausblick und der stabilen Dividende. Die Papiere gehörten zu den grössten MDax-Verlierern mit minus 1 Prozent. Beim Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise konnte der Margenausblick die Anleger nicht überzeugen - der Kurs gab ebenfalls knapp 1 Prozent nach.

Dagegen erfreute Patrizia Immobilien die Anleger mit höheren Zielen für das Jahr 2017 - die im SDax notierten Anteilsscheine der Gesellschaft verteuerten sich um etwa eineinhalb Prozent.

Kurz vor ihrem Abschied aus dem TecDax machten unterdessen die Papiere des Laborgeräteherstellers Stratec Biomedical nach vorläufigen Jahreszahlen mit einem Plus von mehr als 10 Prozent das Rennen im Index. Bei Telefonica Deutschland kam unterdessen gut an, dass sich der niederländische Telekomkonzern KPN durch einen Aktientausch mit Telefonica bei den Deutschen weiter zurückzieht. Die Papiere kletterten zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Januar./tav/stb

(AWP)