Aktien Frankfurt: Anleger bleiben zuversichtlich vor grossem Notenbank-Tag

FRANKFURT (awp international) - Einen Tag vor den wichtigen geldpolitischen Entscheidungen in den USA und Japan zeigen sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter optimistisch. Nach dem positiven Wochenauftakt kletterte der Dax auch am Dienstag nach oben. Am Nachmittag lag der Leitindex 0,74 Prozent im Plus bei 10'451,08 Punkte. In der Woche zuvor waren die Börsianer noch deutlich skeptischer gewesen.
20.09.2016 15:00

Die meisten Anleger sind mittlerweile der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed zur September-Sitzung von einer Zinserhöhung absehen wird. Rätselraten herrscht hingegen, ob die Bank of Japan ihre Geldpolitik weiter lockern könnte. Das Geld der Notenbanken treibt seit Jahren die Märkte - entsprechend empfindlich reagieren Anleger auf Signale aus den USA und auch Japan.

Auch im MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen herrschte am Dienstag Optimismus vor. Bis zum Nachmittag stieg der Index um 0,69 Prozent auf 21'339,69 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um etwas verhaltenere 0,20 Prozent auf 1777,65 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,49 Prozent auf 2'982,89 Punkte.

"Allein die Hoffnung, dass die Geldschleusen in näherer Zukunft noch einmal ein Stück weiter geöffnet werden, lässt den Markt sich auf recht hohem Niveau stabilisieren", erklärte Marktbeobachter Jens Klatt. Mittelfristig rechne er jedoch mit einem Rückschlag.

BAYER SETZT SICH EHRGEIZIGE ZIELE

Zu den Favoriten im Dax zählte das Papier von Bayer mit einem Aufschlag von mehr als anderthalb Prozent. Der Pharma- und Chemiekonzern versprühte auf einer Investorenkonferenz vor allem im wichtigen Pharmageschäft Optimismus. Damit zerstreute er einen Teil der Sorgen, dass sich die Leverkusener mit dem angepeilten Zukauf des US-Saatgutherstellers Monsanto überheben könnten.

Ganz vorne im Dax lagen jedoch die Papiere von Adidas mit einem Kursplus von knapp 2 Prozent. Der Sportartikelhersteller ist angesichts seines geschäftlichen Erfolgs seit dieser Woche Mitglied im europäischen Vorzeigeindex Eurostoxx 50.

Am Index-Ende knüpften die Papiere von Deutscher Bank an ihre jüngste Talfahrt an. Zuletzt lag die Aktie zweieinhalb Prozent im Minus bei 11,415 Euro - damit rückt das historische Tief von 11,06 Euro aus dem August wieder in bedrohliche Nähe. Die Anleger sorgen sich um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank, nachdem die US-Regierung in Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypothekendeals eine überraschend hohe Summe fordert.

SOCGEN SIEHT IMMOBILIENWERTE ANHALTEND IM AUFWIND

Nach ihrem Rückschlag zu Wochenbeginn waren Immobilienwerte wieder im Aufwind. Die Societe Generale sieht den Hunger nach deutschen Immobilientiteln noch längst nicht ausgereizt. Die Aktien des Branchenprimus Vonovia legten um fast zwei Prozent zu, LEG Immobilien und Deutsche Wohnen aus dem MDax sogar um mehr als zwei Prozent. Tags zuvor hatte eine skeptischen Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch die Kurse noch in genau die andere Richtung bewegt.

Beste Aktie im MDax war jedoch Zalando. Die australische Investmentbank Macquarie hat das Unternehmen mit "Outperform" und einem Kursziel von 50 Euro in die Bewertung aufgenommen. Das Unternehmen sei unter den Online-Modehändlern die Nummer eins in Europa, schrieb Analyst Andreas Inderst./das/fbr

(AWP)