Aktien Frankfurt: Anleger halten sich vor Jobdaten bedeckt - Innogy-Börsengang

FRANKFURT (awp international) - Vor der Veröffentlichung des für die US-Geldpolitik wichtigen US-Arbeitsmarktberichts am Freitagnachmittag haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Der Dax fiel gegen Mittag um 0,11 Prozent auf 10 557,24 Punkte. Tags zuvor war der deutsche Leitindex an seinem bisherigen Wochenhoch bei 10 646 Punkten gescheitert und hatte letztlich leicht nachgegeben. Für die Woche zeichnet sich aber ein moderates Plus ab.
07.10.2016 11:58

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax büsste am Freitag 0,52 Prozent auf 21 446,19 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,25 Prozent auf 1804,00 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat zuletzt nahezu auf der Stelle.

EXPERTE: WARTEN AUF IMMER NEUE INFORMATIONEN

Nach dem guten Start in den Oktober schienen den Dax die Kräfte schon wieder zu verlassen, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einem Marktkommentar. So hätten die Tage selbst gute Nachrichten aus der deutschen Industrie keinen neuen Rückenwind verliehen. Die Investoren wollten offenbar die "Strategie" der jüngsten Zeit - Abwarten auf neue Informationen - fortsetzen.

Insofern rückt zum Wochenschluss der US-Arbeitsmarkt in den Fokus. Die Jobdaten sind wichtig für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Starke Daten könnten bei den Anlegern laut Marktbeobachtern durchaus die Sorge wecken, dass die Fed mit einer baldigen Leitzinserhöhung den Geldhahn etwas weiter zudrehen könnte.

INNOGY RINGT NACH BÖRSENGANG MIT AUSGABEPREIS

Auf der Unternehmensseite stand der Börsengang der RWE-Ökostromtochter Innogy im Fokus. Die Papiere hielten sich zuletzt knapp über ihrem Ausgabepreis von 36 Euro, der allerdings am oberen Ende der avisierten Spanne gelegen hatte. RWE-Aktien knickten hingegen um 4 Prozent ein. Händler begründeten das auch damit, dass grosse Investoren ihre Portfolios umschichteten und dabei RWE-Anteile teilweise durch Innogy-Papiere ersetzten.

Die Aktien des Konkurrenten Eon profitierten mit einem Plus von fast 3 Prozent von einem Pressebericht über einen möglichen Einstieg des schwedischen Investors Cevian. Nach einem Tag Pause setzten zudem die Papiere der Deutschen Bank ihre Erholung fort. Der Finanzkonzern erwägt zur Stärkung der Kapitalbasis laut einem Pressebericht seine Vermögensverwaltung an die Börse zu bringen. Die Papiere gewannen 1,41 Prozent.

KAUFEMPFEHLUNG FÜR SALZGITTER - ZALANDO UNTER DRUCK

Bei Unternehmen aus der zweiten Reihe sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Die Aktien des Stahlkochers Salzgitter stiegen nach einer Kaufempfehlung von Merrill Lynch um mehr als 5 Prozent. Bei den Aktien des Kupferkonzerns Aurubis sehen die Merrill-Lynch-Experten derweil keinen Kaufgrund mehr und stufte sie auf "Neutral" ab. Die Aurubis-Papiere fielen um etwa zweieinhalb Prozent.

Die Analysten der Deutschen Bank trauen den Papieren des Online-Modehändlers Zalando nach der zuletzt starken Kursentwicklung vorerst keine grossen Sprünge mehr zu und strichen ihre Kaufempfehlung. Die Zalando-Anteilsscheine büssten 3 Prozent ein./mis/fbr

(AWP)