Aktien Frankfurt: Anleger machen Kasse nach guter Woche

FRANKFURT (awp international) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Ende einer erfolgreichen Woche auf Nummer sicher gegangen und haben einen Teil ihrer Gewinne eingestrichen. Der Dax fiel bis zum Nachmittag um 0,43 Prozent auf 10 628,38 Punkte. Auf Wochensicht lag er damit aber weiterhin satt im Plus und zwar um 3,5 Prozent. Die Zentralbanken in den USA und Japan hatten mit ihrer anhaltend lockeren Geldpolitik die Märkte rund um den Globus befeuert.
23.09.2016 14:55

Das billige Geld der Notenbanken sorgt seit Jahren für steigende Kurse an den Aktienbörsen, da Anleger mit festverzinslichen Wertpapieren kaum noch etwas verdienen können. Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets sieht die aktuellen Verluste deshalb nur als kurzes Zwischenspiel: "Das Jahreshoch aus dem August bei knapp über 10 800 Punkten sollte in der kommenden Woche beim Dax dann die nächste Anlaufstelle sein", glaubt der Experte. Aktien blieben im Niedrigzinsumfeld weiter angesagt.

Zunächst legten aber auch die anderen Indizes eine Pause ein: Für den MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen ging es etwas deutlichere 0,67 Prozent auf 21 526,03 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax gab 0,49 Prozent auf 1801,51 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,72 Prozent auf 3029,83 Punkte.

Auch die erhofften Impulse von Konjunkturseite blieben vorerst aus, denn aktuelle Wirtschaftsdaten aus der Eurozone waren eher mau ausgefallen. So hatte sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im September deutlicher eingetrübt als erwartet. Nun richten sich die Blicke auf die USA, wo im späteren Handelsverlauf noch die Einkaufsmanagerindizes aus dem Verarbeitenden Gewerbe anstehen.

COMMERZBANK SIEHT RWE ZU HOCH BEWERTET

Am Dax-Ende notierten einmal mehr die Deutsche-Bank-Aktien mit mehr als 2 Prozent Kursverlust. Sie rückten damit wieder näher an das Rekordtief vom August heran. Am Vortag hatten die Papiere ihre jüngste Talfahrt kurzfristig unterbrechen können. Beim deutschen Branchenprimus belasten derzeit vor allem Sorgen um die Kapitalausstattung nach der Hiobsbotschaft von einer möglichen zweistelligen Milliardenstrafe in den USA.

Zu den grössten Dax-Verlierern gehörten auch die Versorger: RWE-Papiere gaben nach einer frischen Verkaufsempfehlung durch die Commerzbank um mehr als 1 Prozent nach. Analystin Tanja Markloff hält die Aktien inzwischen für zu hoch bewertet. Titel des Konkurrenten Eon verloren trotz einer Kaufempfehlung vom Bankhaus Metzler noch ein wenig deutlicher.

RWE hatte am Vorabend Details zum geplanten Börsendebüt seiner Tochter Innogy genannt, in der das Zukunftsgeschäft beispielsweise mit Erneuerbaren Energien ausgelagert wird. Die Preisspanne liegt bei 32 bis 36 Euro je Aktie. Am Markt sei dies in etwa erwartet worden, sagten Börsianer.

HELLA VON HSBC-STUDIE AUSGEBREMST

Im MDax wurde der Siegeszug der Hella-Papiere durch eine gestrichene Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC jäh ausgebremst. Der Autozulieferer sei inzwischen angemessen bewertet, argumentierte Analyst Henning Cosman. Zudem senkte er seine Gewinnschätzungen. Am Vortag hatten Hella-Aktien noch den höchsten Stand seit März erreicht - nun rauschten sie um mehr als 5 Prozent abwärts.

Nach einer Anteilsplatzierung durch Blackstone gaben die Aktien des Internetportal-Anbieters Scout24 fast 5 Prozent nach. Händlern zufolge gingen die Papiere des US-Finanzinvestors zu 31,60 Euro über den Tisch. Mit der Transaktion hat sich Blackstone laut Mitteilung vom Vorabend komplett aus dem SDax-Unternehmen zurückgezogen./das/fbr

--- Von Daniel Schnettler, dpa-AFX ---

(AWP)