Aktien Frankfurt: Anleger machen Kasse - Sehr schwacher Technologiesektor

Hohe Verluste der US-Technologieaktien haben auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Verkaufen bewogen. Der Dax verlor bis zum Montagnachmittag 0,90 Prozent auf 12'700,72 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel sogar um 2,50 Prozent auf 2'251,12 Zähler.
12.06.2017 14:42

Berücksichtige man, dass die Umsätze recht dünn seien, "der Dax in ziemlich luftigen Höhen um sein Allzeithoch residiert und sich die EZB vergangenen Donnerstag nur sehr verhalten bezüglich weiterer geldpolitischer Stimuli geäussert hat, könnte es für den Dax zügig sehr unbequem werden", sagte Marktexperte Jens Klatt für JFD Brokers.

Der MDax, der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, sank am Montag zuletzt um 1,07 Prozent auf 25'138,27 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,92 Prozent abwärts.

TECH-WERTE UNTER DRUCK

Nach dem Ausverkauf der US-Technologieaktien gerieten auch die hiesigen Branchenpapiere unter die Räder. Der entsprechende Sektorindex in Europa verlor zuletzt rund 3,6 Prozent. Die Talfahrt der US-Werte habe mit der Warnung der US-Investmentbank Goldman Sachs begonnen, wonach die niedrige Volatilität einiger Werte die Anleger blind für geschäftszyklische und wettbewerbsrechtliche Risiken mache, sagte ein Händler. Zudem nährte ein Medienbericht Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des kommenden iPhone 8 von Apple.

Vor allem Papiere aus der Halbleiterbranche sackten ab. So lagen die Titel von Infineon mit einem Minus von 5,2 Prozent am Dax-Ende. Im TecDax nahmen die Anteilscheine des Wafer-Herstellers Siltronic, des Apple-Chipzulieferers Dialog Semiconductor und des auf die Halbleiterbranche ausgerichteten Maschinenbauers Aixtron mit Abschlägen zwischen 5,6 und 6,7 Prozent die letzten drei Plätze ein.

K+S AN MDAX-SPITZE

Die Titel des Baustoffkonzerns HeidelbergCement profitierten hingegen von einer Empfehlung der US-Investmentbank Merrill Lynch und stiegen um 0,8 Prozent. Analyst Arnaud Lehmann rechnet mit einer anziehenden Gewinnentwicklung in den kommenden Quartalen und verwies auf die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Die Aktien von K+S reagierten mit einem Kursgewinn von 3 Prozent an der MDax-Spitze auf Berichte über Kooperationsgespräche zwischen dem russischen Konkurrenten Uralkali und dem weissrussischen Unternehmen Belaruskali. Den Medienberichten zufolge steht eine Wiederaufnahme der 2013 zerfallenen Vertriebsgesellschaft zwischen den beiden Düngerproduzenten im Raum, was die Preise treiben könnte. Bereits auf Freitag waren die K+S-Aktien um mehr als 3 Prozent gestiegen.

EUROKURS WIEDER ÜBER 1,12 US-DOLLAR

Im SDax zogen die Papiere der Hornbach Holding nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 2,2 Prozent an. Die Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers steigerte den Nettoumsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 um 7 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um rund 21 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,15 Punkte. Der Bund Future gewann 0,07 Prozent auf 165,09 Punkte. Der Kurs des Euro legte auf 1,1221 US-Dollar zu. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1176 Dollar festgesetzt./edh/das

(AWP)