Aktien Frankfurt: Anleger nehmen nach gutem Lauf Gewinne mit

FRANKFURT (awp international) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch Kasse gemacht. Am Nachmittag sank der Dax um 0,45 Prozent auf 10 240,88 Punkte. Analyst Clemens Bundschuh von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von Gewinnmitnahmen nach dem starken Vortag, als der deutsche Leitindex dank des Rückenwinds der Übersee-Börsen mehr als anderthalb Prozent gewonnen hatte. Zudem drückten schwache Exportdaten aus China auf die Kurse, erklärte der Experte weiter.
08.06.2016 14:48

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor 0,41 Prozent auf 20 807,15 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax um 0,13 Prozent auf 1699,89 Punkte zulegte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,43 Prozent auf 3027,55 Punkte nach unten.

VERSORGER WEITER ERHOLT

An der Dax-Spitze setzten die Aktien von Eon und RWE ihre Erholungsbewegung mit Kursgewinnen von 2,91 und 2,63 Prozent fort. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf informierte Personen, dass die Europäische Zentralbank ihr neues Kaufprogramm für Unternehmensanleihen mit Versorgerpapieren begonnen habe. Zudem holt sich der deutsche Branchenführer Eon an diesem Mittwoch grünes Licht von den Aktionären für seine historische Aufspaltung in alte und neue Energie. Die Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich.

Dagegen sanken die Continental-Titel um 1,22 Prozent. Händler sahen Berichte in der südkoreanischen Presse über einen möglichen Einstieg bei Konkurrent Kumho Tire als Belastung. Wie unter anderem der "Korean Herald" unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, sondiert der deutsche Reifenhersteller derzeit die Finanzierungsmöglichkeiten. Als konkurrierende Interessenten nannte die Zeitung den französischen Rivalen Michelin und den schon zuletzt kauffreudigen chinesischen Chemieriesen ChemChina.

STUDIE STÜTZT KION - KURSERHOLUNG BEI K+S ENDET

Im MDax hielten sich Kion-Aktien mit plus 0,14 Prozent noch relativ gut. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers profitierten davon, dass die DZ Bank die Beobachtung mit einem Kaufvotum aufgenommen und sie auf ihre Empfehlungsliste "Equity Long Ideas" gesetzt hatte.

Dagegen endete die jüngste Kurserholung bei K+S abrupt: Die Anteilsscheine büssten 2,74 Prozent ein, nachdem das US-Analysehaus Bernstein Research seine Kaufempfehlung für den Salz- und Düngemittelkonzern gestrichen hatte. Die europäischen Kalipreise hätten sich entgegen seiner bisherigen Erwartung abwärts entwickelt, begründete Jeremy Redenius seine nun negativere Einschätzung.

ÜBERNAHMEFANTASIE BEI STADA KLINGT AB

Für Stada-Aktien ging es wegen jäh abgekühlter Übernahmefantasien um 3,49 Prozent bergab. Der Arzneimittelhersteller hatte erklärt, mit dem Finanzinvestor CVC Capital keine Gespräche wegen einer Übernahme zu führen oder geführt zu haben. Damit dementierte Stada entsprechende Spekulationen.

Die Titel von TecDax-Spitzenreiter Wirecard zogen indes um 5,42 Prozent an. Börsianer verwiesen auf einen Eintrag eines Finanzblogs namens "Betaville", demzufolge ein chinesisches Unternehmen mit dem deutschen Zahlungsabwickler über eine teilweise oder komplette Übernahme spreche. Das Blog nannte als möglichen Interessenten den weltgrössten Mobilfunkanbieter China Mobile. Eine Sprecherin von Wirecard wollte den Blogeintrag auf Nachfrage nicht kommentieren. China Mobile war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)