Aktien Frankfurt: Anleger sind vorsichtig - Kurssturz bei Dialog belastet TecDax

Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am Dienstag vor Ostern weiter vorsichtig. Der deutsche Leitindex Dax sank gegen Mittag um 0,19 Prozent auf 12'177,44 Punkte, nachdem er sich bereits zu Wochenbeginn von seiner lustlosen Seite gezeigt hatte. Gleichwohl bleibt das Rekordhoch bei gut 12'390 Punkten in Sichtweite.
11.04.2017 11:52

Ein deutlicher Kurssturz bei den Aktien des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor hinterliess im TecDax entsprechend negative Spuren. Der Technologie-Index büsste kräftige 2,00 Prozent auf 2'015,75 Zähler ein. Ein Analyst hatte grosse Sorgen um das Geschäft mit dem wichtigen Dialog-Kunden Apple geweckt.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax stand am Vormittag bei 24'280,23 PunKten so hoch wie nie zuvor. Zuletzt notierte er bei 24'201,44 Punkten und damit mit plus 0,01 Prozent quasi unverändert. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es leicht nach unten.

ZEW-INDEX OHNE EINFLUSS

Der Markt sei jüngst etwas trendlos, erklärte Anlagestratege Christoph Geyer von der Commerzbank. Scheinbar trauten die Investoren dem Dax vorerst weder eine neue Bestmarke noch einen deutlicheren Rückschlag zu. Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba sieht aber grundsätzlich eine gute Stimmung an den Finanzmärkten. Politische Risiken wie die Wahlen in Frankreich, der "Brexit" oder US-Präsident Donald Trump schienen weiterhin keine grosse Rolle zu spielen.

Dies gilt auch für den jüngsten ZEW-Index, der am deutschen Aktienmarkt für keine grössere Bewegung sorgte. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten hatten sich im April stärker als erwartet aufgehellt.

VERKAUFSEMPFEHLUNG VON LAMPE SCHOCKT DIALOG-ANLEGER

Unter den Einzelwerten schockte die Verkaufsempfehlung des Bankhauses Lampe für die Aktien von Dialog Semiconductor die Anleger: Die Papiere des Halbleiterherstellers brachen am TecDax-Ende zuletzt um etwas mehr als 20 Prozent auf 38,105 Euro ein, nachdem sie zuvor zeitweise um fast 36 Prozent nach unten gerauscht waren. Im Dax verloren die Anteilsscheine des Branchenkollegen Infineon ein knappes halbes Prozent.

Lampe-Analyst Karsten Iltgen zufolge gibt es starke Hinweise darauf, dass der wichtige Dialog-Kunde Apple eigene integrierte Schaltkreise für das Strommanagement entwickelt und damit die Chips des TecDax-Unternehmens zumindest teilweise ersetzen könnte. Ob Apple erfolgreich sein werde, sei offen, doch entstehe dadurch Unsicherheit für Dialog Semiconductor, schrieb Iltgen.

LUFTHANSA AN DER DAX-SPITZE

Spitzenreiter im MDax waren die Anteilsscheine von K+S mit einem Gewinn von gut 3 Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge die Kali-Vermarktungsgesellschaft Canpotex in China bei den Verhandlungen über den neuen Jahresvertrag auf deutliche Preiserhöhungen dränge. Dies habe die Hoffnung auf eine Kalipreiserholung geweckt.

Die Nase vorn im Dax hatten die Papiere der Lufthansa mit einem Aufschlag von etwas mehr als 2 Prozent, nachdem sich die französische Bank Exane BNP Paribas positiv zu den Anteilsscheinen geäussert hatte. Die Fluggesellschaft entwickele sich besser als von ihm erwartet, schrieb Analyst James Hollins. Die Gesellschaft habe mit der anstehenden Einigung mit ihren Piloten einen historischen Meilenstein in der Befriedung ihrer Belegschaft erreicht und über einen soliden Jahresstart berichtet.

ajx/das

(AWP)