Aktien Frankfurt: Anleger werden nach Erholung wieder vorsichtiger

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Montag seiner Erholungsrally der vergangenen Tage Tribut zollen müssen. Das Börsenbarometer fiel gegen Mittag um 0,31 Prozent auf 9745,46 Punkte, nachdem es binnen vier Handelstagen um rund 5,5 Prozent zugelegt und damit gut die Hälfte der Verluste nach dem Votum der Briten gegen ihre EU-Mitgliedschaft aufgeholt hatte. Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sprach vom Erreichen einer Widerstandszone, an der Anleger eher geneigt sein könnten, Kasse zu machen.
04.07.2016 11:44

Für den MDax als Index der mittelgrossen Werte ging es zum Wochenstart um 0,81 Prozent auf 19 941,70 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax büsste 0,70 Prozent auf 1609,24 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel moderat.

Grössere Impulse etwa von der Konjunkturseite waren am Montag Mangelware. Zudem wird in den USA wegen des Unabhängigkeitstags nicht gehandelt. Eine Richtungsvorgabe durch die Wall Street gibt es also nicht. Börsianer wiesen zudem auf die weiter schwelende Ungewissheit über den Fortgang des Brexit und dessen Folgen hin.

RWE-KURSERHOLUNG NIMMT WEITER FAHRT AUF

Die grössten Gewinner im Dax waren die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE mit einem Anstieg um fast 3 Prozent sowie knapp 4 Prozent. Bereits in der Vorwoche sorgte bei RWE für Fantasie, dass die neue Tochtergesellschaft Innogy hohe Dividenden zahlen soll. Unter ihrem Dach werden die Zukunftsgeschäfte Vertrieb, Netze und Ökostrom abgespalten.

Im MDax ging es für die Anteilsscheine des Online-Modehändlers Zalando nach einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank um 1 Prozent nach oben. Morphosys-Papiere stiegen im TecDax nach der Bekanntgabe eines klinischen Meilensteins für den Start einer Phase-1-Studie zur Prävention von Thrombose mit einem neuartigen Antikörper um 1,62 Prozent.

AUTOWERTE NACH KEPLER-STUDIE UNTER DRUCK

Aktien von Autobauern und -zulieferern gerieten hingegen nach eine Studie des Investmenthauses Kepler Cheuvreux unter Druck. "Niemand will Autowerte kaufen, aber auch für einen Verkauf ist es vermutlich zu spät", lautet das Fazit der Analysten für die Branche. Sie kürzten ihre Gewinnschätzungen und entsprechend auch ihre Kursziele teils deutlich. Die Aktien von Continental und Volkswagen verbilligten sich jeweils um mehr als 2 Prozent, wenngleich sie zu den Favoriten der Experten zählen. Im Index der mittelgrossen Werte rutschte der Leoni-Kurs um mehr als 4 Prozent ab.

Im TecDax büssten Aixtron-Aktien 2,74 Prozent ein. Die chinesischen Kaufinteressenten für den LED-Industrieausrüster brauchen nach eigenem Bekunden mehr Zeit für die Vorlage ihres endgültiges Angebots. Dies sei nötig, um die Offerte nach deutschem und nach US-Recht parallel vorzubereiten./mis/das

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

(AWP)