Aktien Frankfurt: Dax-Anleger halten sich vor Rede von May zurück

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung wieder etwas eingetrübt. Autowerte gehörten am Montag zu den grössten Verlierern im Dax , nachdem der designierte US-Präsident Donald Trump nun auch deutschen Herstellern mit Strafzöllen gedroht hatte. Für das Börsenbarometer ging es gegen Mittag um 0,58 Prozent auf 11 562,20 Punkte nach unten. Am Freitag hatte der Dax noch rund 1 Prozent gewonnen.
16.01.2017 12:08

Angesichts eines Kurssprungs bei den Aktien von Hugo Boss ging es für den MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, am Montag um 0,18 Prozent auf 22 539,01 Punkte nach oben. Bei dem Technologiewerte-Index TecDax stand ein Plus von 0,46 Prozent auf 1849,06 Punkte zu Buche. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone fiel um rund ein halbes Prozent.

KEIN HANDEL IN DEN USA

An diesem Montag fehlen Impulse aus den USA, da an der Wall Street feiertagsbedingt kein Handel stattfindet. So wird vor allem nach London geschaut. Grund sind Berichte vor der Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit am Dienstag, wonach die Regierung wohl auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union (EU) gehen wird. Medien spekulierten, May werde sich in Sachen Einwanderung von EU-Bürgern unnachgiebig zeigen. Eher werde sie Grossbritannien aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion führen, berichtete der "Telegraph". Das Pfund geriet sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch zum Euro deutlich unter Druck.

Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Marktes rechnet derweil auch in dieser Woche mit recht deutlichen Schwankungen am Aktienmarkt. Denn die Anleger blickten nicht nur auf das Brexit-Thema, sondern auch auf die Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump am Freitag in Washington. An der Börse hat sich die Rally nach der Wahl des Republikaners inzwischen erschöpft; die Anleger vermissten zuletzt Details, wie genau er die US-Wirtschaft mit Konjunkturpakten in Schwung bringen will.

AUTOWERTE GEBEN NACH - TRUMP DROHT AUCH DEUTSCHEN HERSTELLERN

Im Dax besonders im Blick standen die Autowerte Daimler , BMW und VW . Sie litten unter einem Interview, das der designierte US-Präsident Donald Trump der "Bild"-Zeitung und der Londoner "Times" gegeben hatte. Darin drohte er mit hohen Strafzöllen für Wagen für den US-Markt, die nicht in den Vereinigten Staaten produziert wurden.

Damit könnten auch deutschen Autobauern unter Trump in den USA harte Zeiten bevorstehen. Er sagte: "Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen." Dem Hersteller BMW, der 2019 eine Fabrik in Mexiko eröffnen will, legte Trump nahe, die Fabrik in den USA zu bauen.

Die Anteilscheine von BMW büssten rund 2 Prozent ein. Für die Vorzugsaktien von Volkswagen und die Papiere von Daimler ging es ähnlich deutlich nach unten.

HUGO BOSS SCHNELLEN IN DIE HÖHE

Einsamer Spitzenreiter im MDax waren die Papiere von Hugo Boss mit einem Plus von rund 8,5 Prozent. Der Modekonzern hatte überraschend vorläufige Geschäftszahlen bekannt gegeben, die einem Börsianer zufolge Hoffnung auf bessere Zeiten nährten./la/fbr

(AWP)