Aktien Frankfurt: Dax-Anleger schöpfen wieder etwas Mut

Unter den Dax-Anlegern hat sich die Stimmung am Mittwoch wieder etwas aufgehellt. Der deutsche Leitindex war nach einem verhaltenen Start nur kurz ins Minus abgerutscht und stand am frühen Nachmittag 0,24 Prozent höher bei 11 567,32 Punkten. Tags zuvor war das Börsenbarometer vor der Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit zunächst bis auf 11 425 Punkte eingeknickt, bevor es sich dynamisch erholte und nur leicht im Minus schloss.
18.01.2017 14:58

May hatte positiv überrascht und auch das zuletzt schwer angeschlagene britische Pfund um bis zu 3 Prozent nach oben getrieben. Die Regierungschefin sagte, es werde bei den Brexit-Verhandlungen Kompromisse geben müssen. Zugleich habe May in Aussicht gestellt, dass sie sich um ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union bemühen werde, schrieb Analyst Jan Bottermann von der Essener National-Bank. Das habe die Investoren ein wenig beruhigt. Unterstützung erhielt der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte auch vom überwiegend freundlichen Handel in Asien.

Nun richten sich die Blicke wieder gen Amerika. Am Freitag wird Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt. Der Republikaner hatte während des Wahlkampfs viel versprochen und zum Beispiel ein milliardenschweres Konjunkturpaket in Aussicht gestellt. Bereits am Donnerstag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank erwartet, dass die EZB in puncto Geldpolitik erst einmal alles beim Alten lässt und die Konjunktur damit weiter stützt.

LUFTHANSA IM MINUS

Für den MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, ging es derweil am Mittwoch um 0,26 Prozent auf 22 535,05 Zähler nach oben. Zwischenzeitlich hatte er bei 22 591,91 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax aber gab um 0,22 Prozent auf 1831,84 Punkte nach.

Unter den Einzelwerten büssten die Aktien der Lufthansa einen Teil ihre deutlichen Vortagesgewinne wieder ein und fielen um rund 1 Prozent. Börsianer verwiesen als Belastung zum einen auf enttäuschende Aussagen des US-Branchenkollegen United Continental zur Entwicklung des Umsatzes im laufenden Quartal. Zum anderen hatte die arabische Fluggesellschaft Etihad Spekulationen über ihren möglichen Einstieg bei der Lufthansa eine Absage erteilt. Ein entsprechender Pressebericht hatten die Papiere des Kranich-Konzerns am Dienstag angetrieben.

Spitzenreiter im Dax waren zur Wochenmitte die Anteilsscheine des Sportartikelherstellers Adidas mit einem Plus von gut 1,5 Prozent. Als positiv für die Stimmung wertete ein Börsianer ein Presseinterview mit dem neuen Chef Kasper Rorsted. "2016 war ein aussergewöhnlich erfolgreiches Jahr für uns", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

GERRESHEIMER ZIEHEN AN

Zudem bewegten Analystenkommentare die Kurse. So hatten im MDax die Papiere von Gerresheimer mit einem Plus von rund 6 Prozent klar die Nase vorn. Die Deutsche Bank hatte die Aktien zum Kauf empfohlen. Analyst Falko Friedrichs begründete dies unter anderem mit verbesserten Margenperspektiven des Verpackungsspezialisten.

Schlusslicht im SDax der gering kapitalisierten Werte waren die Aktien von SAF-Holland mit einem Minus von mehr als 3 Prozent. Der Lkw-Zulieferer hatte am Vorabend angekündigt, wegen der fortgesetzt schwachen Entwicklung der nordamerikanischen Truck- und Trailermärkte Produktionsstandorte in den USA zusammenlegen zu wollen./la/fbr

(AWP)