Aktien Frankfurt: Dax bleibt in 'stabiler Seitenlage'

Der lustlose Handel hat sich am deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch noch fortgesetzt. Der Dax schwankte den Morgen über um seinen Schlusskurs vom Vortag: Zuletzt stand er wieder knapp mit 0,12 Prozent im Plus bei 12 613,50 Punkten. Die Mai-Bilanz für den deutschen Leitindex bleibt mit einem zwischenzeitlich erreichten Rekordhoch von 12 841 Punkten und einem Zuwachs von aktuell 1,35 Prozent positiv.
31.05.2017 11:56

Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sprach von einer "stabilen Seitenlage" des Dax, der sich nun schon zwei Wochen lang in einem engen Rahmen von lediglich 150 Punkten bewegt. Er wertete es aber positiv, dass es im Mai entgegen dem bekannten Börsenmotto "Sell in May and go away" zu keinen grösseren Rückschlägen kam. "Der Dax ist nicht totzukriegen", sagte Halver und verwies dabei auf eine anhaltende Alternativlosigkeit im Kampf um Rendite. "Die Hängepartie droht aber über den Sommer weiterzugehen", fügte der Experte hinzu.

Auch die anderen deutschen Indizes kamen am Mittwoch kaum vom Fleck: Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gab zuletzt knapp um 0,05 Prozent auf 25 216,15 Punkte nach, während der TecDax hauchdünn mit 0,02 Prozent im Plus lag bei 2284,85 Punkten. Auf europäischer Bühne stand der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit 3562,47 Punkten kaum verändert.

NACHZÜGLER DER BERICHTSSAISON UND STUDIEN BEWEGEN

Auf Unternehmensseite sorgte zum Monatsultimo ein Nachzügler der Berichtssaison für Gesprächsstoff: Metro berichtete vom zweiten Quartal. Börsianer taten sich zunächst schwer mit der Einordnung von fortgeführten und nicht fortgeführten Bereichen, weil der Handelskonzern kurz vor der Aufspaltung steht. Letztlich setzte sich aber ein operativer Verlust in der Unterhaltungselektroniksparte in den Köpfen der Anleger negativ durch. Die Aktien gaben zuletzt um 2 Prozent nach.

Bei SMA Solar sorgte eine Kooperation mit dem Energiekonzern MVV für ordentlich Rückenwind. Sie stiegen an der TecDax-Spitze um 4,5 Prozent, weil der Solartechnikhersteller mit der vereinbarten Partnerschaft zur Direktvermarktung von Solarstrom seinen Ausbau zum Energiedienstleister vorantreibt. Den Aktionären gibt dies neue Hoffnung: Mit leichten Verlusten zählten die Aktien im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Indexpapieren.

ANALYSTENKOMMENTARE BEWEGEN

Auffällige Bewegungen gab es ansonsten noch wegen Analystenkommentaren: Commerzbank-Aktien legten um 1,6 Prozent zu, nachdem die Schweizer Grossbank UBS ihnen eine Kaufempfehlung aussprach. Analyst Daniele Brupbacher sprach nach eingehender Analyse von einer positiveren Sicht auf Kosten und Erträge des Geldhauses. Kursgewinne von 1,7 Prozent bei RWE begründete Händler ausserdem mit einer Stimme der Banco Santander, in der über einen Verkauf der Anteile an der Ökostrom-Tochter Innogy spekuliert wurde.

Im MDax wurden ebenfalls einige der Werte von Studien angetrieben. RTL reagierten mit Zugewinnen von 1,16 Prozent auf eine Kaufempfehlung durch die Commerzbank. Laut Analystin Sonia Rabussier lasse sich das Wachstum des Medienkonzerns mittlerweile besser einschätzen. Osram erreichten mit 69 Euro sogar einen Rekord, nachdem die Deutsche Bank mit einem neuen Kursziel von 80 Euro noch Luft nach oben sieht. Dann ging den Aktien aber die Luft aus: Zuletzt standen sie nur noch knapp mit 0,10 Prozent im Plus bei 67,99 Euro.

AGENDA VOLL VON HAUPTVERSAMMLUNGEN UND DIVIDENDEN

Auf Unternehmensseite stand ausserdem weiter die auf vollen Touren laufende Saison der Hauptversammlungen und Dividendenzahlungen im Blickfeld. Unter anderem kommen zur Wochenmitte die Aktionäre der Deutschen Telekom und von Zalando zusammen. Bei Porsche, der Deutschen Pfandbriefbank, RIB Software , Carl Zeiss Meditec und Wacker Neuson mussten die Kurse um Dividenden bereinigt betrachtet werden.

Für Aufsehen sorgten ansonsten noch ein angekündigter Börsengang von der Restaurantkette Vapiano. Die Notierung werde voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Es sollen neue Aktien im Volumen von 85 Millionen Euro ausgegeben werden. Zudem wollen sich die Alteigentümer von Anteilen in bislang unbekannter Höhe trennen./tih/fbr

(AWP)