Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter 12 000 Punkten - Deutsche Bank unter Druck

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag weiter unter Druck geraten. Der Dax rutschte gleich zum Handelsstart unter 12 000 Punkte und blieb auch gegen Mittag beim Stand von 11 966,28 Punkten und einem Minus von 0,51 Prozent unter dieser Marke. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex mit 12 082 Zählern noch den höchsten Stand seit April 2015 erklommen, zum Wochenende hin dann aber etwas schwächer tendiert.
06.03.2017 12:03

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax verlor am Montag 0,18 Prozent auf 23 395,97 Punkte. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,14 Prozent runter auf 1924,05 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um ein knappes halbes Prozent.

Die Kurstreiber der vergangenen Wochen seien am Montag nun der grösste Belastungsfaktor, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets mit Blick auf den vor allem seit Freitagnachmittag wieder gestiegenen Eurokurs und die aktuellen Verluste bei den Bank-Aktien. In der Spitze war der Euro am Montag bis auf 1,0640 Dollar geklettert, zuletzt allerdings wieder leicht unter die Marke von 1,06 gesunken. Zuwächse beim Euro können die Nachfrage nach Gütern aus der Eurozone in anderen Regionen der Welt erschweren.

DEUTSCHE BANK MEHR ALS 6 PROZENT TIEFER

Thema des Tages auf dem Börsenparkett ist die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung und einem weiteren Konzernumbau. Insgesamt will das Kreditinstitut rund 8 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Papiere sollen 11,65 Euro kosten. Das sind fast 40 Prozent weniger als der Xetra-Schluss vom Freitag bei 19,14 Euro und 35 Prozent weniger als der aktuelle Kurs von 17,94 Euro.

Das Kredithaus will die Postbank behalten und die Vermögensverwaltungs-Sparte Deutsche Asset Management (DWS) teilweise an die Börse bringen. Laut JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein bewegt sich das Geldhaus mit seiner neuen Strategie in die richtige Richtung. Die Gewinnverwässerung durch die Kapitalerhöhung werde zum Teil durch die geplanten Kostensenkungen kompensiert.

THYSSENKRUPP-ANLEGER BANGEN UM TATA-FUSION

In den USA mehren sich indes die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. Am Donnerstag steht nun der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Blick und am Freitag der US-Jobbericht für den Februar. Die Arbeitsmarktentwicklung ist wichtig für die Zinspolitik der Fed.

"Solange sich der Dax über der 11 800er-Marke halten kann, bleibt der kurzfristige Ausblick positiv", hiess es von den Analysten des Brokers AxiTrader. Bis zur Sitzung der Europäischen Zentralbank sei aber eher mit Zurückhaltung zu rechnen.

Hinter der Deutschen Bank waren die Papiere von Thyssenkrupp mit einem Miinus von fast 2 Prozent die zweitschwächsten im Dax. Die Aktionäre fürchten ein Scheitern der Fusion mit dem indischen Tata-Konzern im europäischen Stahlgeschäft.

AIXTRON VOR TECDAX-RÜCKKEHR

Die Aktien von Aixtron profitierten mit plus 0,6 Prozent von dem anstehenden Wiederaufstieg in den Auswahlindex TecDax am 20. März. Der auf die Halbleiterbranche ausgerichtete Spezialanlagenhersteller war im Zuge einer letztlich gescheiterten Übernahme aus dem Index herausgefallen.

An der Tecdax-Spitze rückten derweil die Anteile von Morphosys um annähernd 4 Prozent vor. Das Biotech-Unternehmen kann auf neue Zulassungsstudien für sein potenzielles Alzheimermittel Gantenerumab hoffen.

UNIPER TOP-WERT IM MDAX

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um ebenfalls fast 4 Prozent vor. Die Veräusserung sei positiv für die Dividendenerwartung, hiess es von RBC-Analyst John Musk. Zudem hatte UBS-Analyst Sam Arie die Titel des Kraftwerkbetreibers von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft. Er begründete dies mit der Kurskorrektur im Februar, wodurch das Dividendenrisiko nun eingepreist sei.

Am MDax-Ende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff rund 2 Prozent. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte sie von "Buy" auf "Neutral" abgestuft./ajx/fbr

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)