Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter 12 000 Punkten - Deutsche Bank unter Druck

Unter dem Eindruck der Kursverluste bei der Deutschen Bank ist der Dax am Montag wieder unter die Marke von 12 000 Punkten gerutscht. Am Nachmittag verlor der Leitindex 0,42 Prozent auf 11 976,86 Punkte. In der Vorwoche hatte das Barometer mit 12 082 Zählern noch den höchsten Stand seit April 2015 erreicht, zum Wochenende hin aber bereits etwas schwächer tendiert.
06.03.2017 14:53

Ein in diesem Jahr voraussichtlich langsameres Wirtschaftswachstum in China, die jüngsten Raketentests Nordkoreas sowie die Unsicherheit vor der kommende Woche anstehenden Parlamentswahl in den Niederlanden erwiesen sich als zusätzliche Stimmungsdämpfer. Solange sich aber der Dax über der 11 800er-Marke halten könne, bleibe der kurzfristige Ausblick positiv, hiess es von den Analysten des Brokers AxiTrader.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax sank zuletzt um 0,12 Prozent auf 23 409,07 Punkte. Dagegen verbuchte der Technologie-Index TecDax ein Plus von 0,36 Prozent auf 1933,62 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 0,38 Prozent tiefer. Am Nachmittag stehen noch die US-Auftragseingänge für die Industrie im Monat Januar auf der Agenda.

KAPITALERHÖHUNG BELASTET DEUTSCHE-BANK-AKTIE

Thema des Tages auf dem Börsenparkett war die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung und einem weiteren Konzernumbau. Insgesamt will das Institut rund 8 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Papiere sollen 11,65 Euro kosten - ein kräftiger Abschlag gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag bei 19,14 Euro und auch gegenüber dem aktuellen Kurs von 18,08 Euro. Dafür fiel der Verlust am Montag mit zuletzt 5,54 Prozent moderat aus. Laut JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein weist die neue Strategie in die richtige Richtung. Die Deutsche Bank will die Postbank behalten und die Vermögensverwaltungs-Sparte Deutsche Asset Management teilweise an die Börse bringen.

Thyssenkrupp war der zweitschwächste Wert im Dax mit einem Minus von gut 2 Prozent. Die Aktionäre fürchten ein Scheitern der Fusion des europäischen Stahlgeschäfts mit der entsprechenden Sparte des indischen Tata-Konzerns.

MORPHOSYS UND UNIPER SEHR FEST

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um dreieinhalb Prozent vor. Die Veräusserung sei positiv für die Dividendenerwartung, hiess es von RBC-Analyst John Musk.

Am MDax-Ende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff nach einer Abstufung durch Goldman Sachs etwas mehr als eineinhalb Prozent.

An der Tecdax-Spitze legten die Anteile von Morphosys um mehr als 5 Prozent zu. Der Partner Roche plant ein neues Phase-3-Zulassungsstudienprogramm mit dem Mittel Gantenerumab bei Patienten mit bestimmten Alzheimererkrankungen. Der Schritt zeige, dass Roche dem Antikörper viel zutraue, erklärte ein Händler.

In den USA mehren sich unterdessen die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. An diesem Donnerstag steht aber zunächst der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Februar.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 142,37 Punkte. Der richtungsweisende Bund Future (März-Kontrakt) gewann 0,23 Prozent auf 164,38 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0602 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0565 (Donnerstag: 1,0514) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9465 (0,9511) Euro./ajx/das

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)