Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter Druck - Starker Euro, Quartalszahlen-Schwemme

Der weiterhin starke Euro und teils unerwartet schwache Quartalszahlen haben den Dax am Donnerstag weiter unter Druck gesetzt. Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex 0,16 Prozent tiefer bei 12'161,83 Punkten. Die zuletzt wieder gestiegenen Ölpreise hätten geholfen, das noch deutlichere Minus aus dem frühen Handel etwas einzudämmen, so Marktbeobachter.
03.08.2017 12:07

Noch am Dienstag hatte der Dax einen Erholungsversuch mit Kursen von in der Spitze knapp über 12'300 Punkten gestartet, diesen aber rasch wieder abgebrochen. Der MDax der mittelgrossen Werte zeigte sich am Donnerstag mit minus 0,02 Prozent auf 24'794,89 Punkten nur wenig verändert. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,16 Prozent auf 2'265,50 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 0,04 Prozent tiefer.

STARKE WALL STREET NUTZT NICHTS

Beim New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial fiel am Vortag erstmals die Marke von 22'000 Punkten. Solange der Euro jedoch weiter aufwerte, blieben Dax-Anleger in Deckung - starke Wall Street hin oder her, kommentierten die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar. Der Euro kostete zuletzt 1,1848 US-Dollar, nachdem er am Vorabend erstmals seit Anfang 2015 über 1,19 Dollar gestiegen war. Eine starke Gemeinschaftswährung kann die Exportchancen von Unternehmen aus dem Euroraum schmälern.

Die Berichtssaison läuft nun auf Hochtouren. Allein aus dem Dax gewährten an diesem Donnerstag acht Konzerne Einblicke in die Bücher. Auch aus der zweiten Reihe berichteten zahlreiche Unternehmen.

SIEMENS HINTEN, MERCK VORNE

Schlusslicht im Dax mit einem Abschlag von fast 3 Prozent waren die Anteile von Siemens. Ein Händler sagte, der Industriekonzern habe die Erwartungen an das dritte Geschäftsquartal insgesamt verfehlt. Für die Titel des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 und des Nivea-Herstellers Beiersdorf ging es nach Geschäftszahlen prozentual in ähnlicher Grössenordnung nach unten.

Bester Dax-Wert waren gegen Mittag die Anteile von Merck KGaA mit einem Plus von mehr als eineinhalb Prozent. Zwar machte dem Pharma- und Chemiekonzern im zweiten Quartal im wichtigen Flüssigkristallgeschäft die zunehmende Konkurrenz zu schaffen, doch für Analysten kam dies nicht besonders überraschend. Deutsche Telekom, BMW, und Continental notierten nach Quartalszahlen ebenfalls im Plus.

FIELMANN STEIGEN KRÄFTIG, DÜRR KNICKEN EIN

Im MDax kamen die Papiere der Optikerkette Fielmann dank eines positiven Analystenkommentars um fast 3 Prozent voran. Die Aktien von Rheinmetall rückten um knapp eineinhalb Prozent vor. Die Düsseldorfer hatten dank eines guten Autogeschäfts ihre Messlatte höher gelegt. Für die Titel des Anlagenbauers Dürr ging es am Index-Ende nach Zahlen um mehr als 4 Prozent in die Tiefe. Analysten bemängelten hier die Jahresziele und die Profitabilität.

Vorne im TecDax gewannen Nordex annähernd 6 Prozent. Der Windkraftanlagenhersteller hatte mit seinem zweiten Quartal positiv überrascht. Das Biotech-Unternehmen Medigene war indes im zweiten Jahresviertel noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Mit einem Minus von fast 7 Prozent bekam es dafür nun die Quittung. Am Vortag hatten die Papiere allerdings sehr deutlich zugelegt.

ajx/fbr

(AWP)