Aktien Frankfurt: Dax bröckelt ab nach Überwindung der 12 000-Punkte-Marke

Die deutlichen Vortagesgewinne am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger auch am Mittwoch in Kauflaune versetzt. Der Dax überwand im frühen Handel erstmals seit April 2015 wieder die vielbeachtete Marke von 12 000 Punkten, bröckelte in der Folgezeit aber wieder ab. Zuletzt notierte er 0,10 Prozent höher bei 11 979,29 Zählern. Sollte sich der Dax nachhaltig über 12 000 Punkten halten können, "besteht eine gute Chance für eine Fortsetzung der Rally zunächst bis zum Allzeithoch bei 12 390 Punkten", kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.
22.02.2017 12:01

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, sank zur Wochenmitte um 0,05 Prozent auf 23 624,97 Punkte. Kurz nach Eröffnung hatte er mit 23 695 Zählern ein weiteres Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann zuletzt 0,51 Prozent auf 1929,42 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büsste 0,12 Prozent auf 3335,31 Punkte ein.

Auf der Konjunkturseite richteten sich die Blicke am Mittwoch zunächst auf den Ifo-Geschäftsklimaindex. Obwohl sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Februar überraschend verbessert hat, sorgte dies kaum für Bewegung am Aktienmarkt. Gleiches gilt für die Inflation im Euroraum, die zum Jahresauftakt kräftig gestiegen ist. Die Verbraucherpreise hätten im Januar um 1,8 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat zugelegt, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Am Nachmittag könnten aktuelle US-Immobiliendaten für frische Impulse sorgen. Am Abend folgt das Protokoll zur Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed.

RALLY BEI THYSSENKRUPP NACH STAHLWERKSVERKAUF

Die Aktien von Thyssenkrupp reagierten mit einem Plus von zuletzt 4,5 Prozent auf die Nachricht vom Verkauf des verlustreichen brasilianischen Stahlwerks CSA für 1,5 Milliarden Euro. In der Spitze waren sie am Morgen um 6,4 Prozent Prozent auf 24,645 Euro und damit auf den höchsten Stand seit mehr als anderthalb Jahren nach oben geschnellt. Der lang erwartete Abschluss dieses Deals sei eine Erleichterung und bringe Sicherheit, auch wenn der Verkaufspreis niedriger als erwartet ausgefallen sei, sagte ein Börsianer am Morgen.

Die Papiere von Fresenius stiegen um 0,7 Prozent. Der Medizinkonzern steigerte Gewinn und Umsatz im Vorjahr. Besonders gut lief es bei der ebenfalls im Dax notierten Dialyse-Tochter FMC. Deren Aktien verteuerten sich um 2,5 Prozent. Im laufenden Jahr will Fresenius weiter zulegen. Ein Händler bezeichnete die Kennziffern am Morgen als gemischt, den Ausblick aber als unerwartet gut.

BAYER-ZAHLEN KOMMEN NICHT GUT AN - DAX-SCHLUSSLICHT

Bayer-Aktien fielen um knapp 3 Prozent und waren damit schwächster Dax-Wert. Allerdings hatten sie sich zuletzt deutlich erholt und seit ihrem Zwischentief Anfang Dezember rund ein Viertel an Wert gewonnen. Der Pharma- und Chemiekonzern steigerte Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Jahr geringer als von Analysten erwartet. Vor allem der Bereich Consumer Health habe erneut enttäuscht, bemerkte Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Vor der geplanten Rekordübernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto blicken die Leverkusener jedoch zuversichtlich ins neue Jahr.

Die RWE-Anleger wurden vom Dividendenvorschlag für 2016 zunächst ebenfalls negativ überrascht. Die Stammaktionäre des angeschlagenen Versorgers erhalten erneut keine Ausschüttung. Je Vorzugsaktie sollen wie im Vorjahr 13 Cent je Aktie gezahlt werden. Dies liegt aber deutlich unter der durchschnittlichen Analystenprognose von rund 30 Cent. Die RWE-Titel verloren deshalb vorbörslich zunächst mehr als 3 Prozent, notierten im regulären Handel zuletzt aber nur noch 0,5 Prozent tiefer, was Händler auf den guten Ausblick für 2017 zurückführten.

Die jüngsten Geschäftszahlen von Telefonica Deutschland kamen bei den Anlegern gut an. Die Aktien stiegen als TecDax-Spitzenreiter um 3,3 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Oibda) des Mobilfunkanbieters habe die Erwartungen übertroffen, schrieb Analystin Heike Pauls von der Commerzbank./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)