Aktien Frankfurt: Dax dämmt Wochenminus weiter ein

Der Dax hat zu Wochenschluss an seine freundliche Vortagstendenz angeknüpft. Der deutsche Leitindex baute sein Plus am Freitag gegen Mittag mit 12 384,58 Punkten auf 0,78 Prozent aus. Er eroberte die runde Marke von 12 300 Punkten spielend wieder zurück und dämmte sein bisheriges Wochenminus auf 0,7 Prozent ein.
27.09.2019 12:07

Den Experten von Indexradar zufolge ist auf die Schwächesignale aus der ersten Wochenhälfte kein weiterer Verkaufsdruck gefolgt. "Ein Trendumschwung nach unten lässt sich dadurch vorerst nicht bestätigen, er bleibt aber für ein paar Tage weiter ein latentes Risiko", schrieb Andreas Büchler von dem Börsenstatistik-Magazin. Nach dem Rutsch unter die 12 300 Punkte sei der Dax kurz angeschlagen gewesen, nun aber sei ein neuer Anlauf in Richtung 12 500 Punkte wieder wahrscheinlich geworden.

Allerdings überwiege bei Anlegern weiter die Vorsicht, schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners im Morgenkommentar. So geht das Zittern der Anleger in puncto Handelsstreit weiter: Spekulationen über ein Wiederinkrafttreten der Huawei-Sanktionen standen zuletzt Aussagen aus China gegenüber, die wieder Hoffnung auf eine doch noch mögliche Lösung des Konflikts machten.

Vor diesem Hintergrund ging es am Freitag für den MDax leicht um ein halbes Prozent auf 25 827,86 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte ebenfalls etwa ein halbes Prozent auf 3550,46 Zähler zu.

Die grössten Kursbewegungen im Dax gab es bei BASF und Infineon . Während Aktien des Chemiekonzerns mit einem Kurssprung um 2,9 Prozent die Spitze einnahmen und Covestro dem branchenintern mit einem Anstieg um 2,3 Prozent folgten, stand Infineon mit der allgemein schwachen Technologiebranche am Indexende mit 1,4 Prozent unter Druck.

Bei BASF sorgte der Kapitalmarkttag bei Anlegern in der ganzen Chemiebranche für gute Laune. Weder der Verkauf der Bauchemiesparte noch das Sparprogramm waren jedoch Neuigkeiten. Auf Beifall bei den Aktionären stiessen aber genannte Details zum Zeitpunkt für die Trennung von dem Bereich sowie zum Ergebnisbeitrag der im November bereits angekündigten Sparmassnahmen.

Auf der anderen Seite wurden Infineon wie die ganze Branche belastet davon, dass der US-Konzern Micron wegen der Risiken des Handelskonflikts einen enttäuschenden Gewinnausblick abgab. Das Bankhaus Metzler empfahl die Infineon-Aktien obendrein zum Verkauf. Dem Analysten Holger Schmidt erscheinen die Markterwartungen für 2020 als zu optimistisch.

Im MDax sorgte die Commerzbank mit dem nun näher erläuterten Umbau für Gesprächsstoff. Die Aktie schaffte es nach anfänglichen Verlusten mit 1 Prozent in die Gewinnzone. Dass die Bank für 2019 keine steigenden Erträge mehr erwartet, hatte zunächst belastet. Später hiess es aber, es sei offen, wie die gekappte Ertragsprognose auf das Ergebnis wirke.

Zum Spitzenreiter im MDax mauserten sich die 4,6 Prozent festeren Papiere der Aareal Bank . Hier beflügelte eine Kreisemeldung, wonach der Immobilienfinanzierer Druck von einem aktivistischen Investor bekommt. So fordert der Hedgefonds Teleios Capital Partners laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, den Verkauf der IT-Dienstleistungstochter Aareon auszuloten.

Der erfolgreiche Verkauf von Immobilien am umstrittenen Berliner Wohnungsmarkt treibt am Freitag die Aktien der dort fokussierten Unternehmen an. Nachdem Ado Properties den bereits vor gut einer Woche vage angekündigten Verkauf zu einem attraktiven Preis unter Dach und Fach brachte, kletterte die Aktie um 2,4 Prozent. Jene des Konkurrenten Deutsche Wohnen folgten dem mit einem Anstieg um 1,9 Prozent.

Osram zogen gegen Mittag angesichts des an Fahrt gewinnenden Übernahmekampfes um den Lichtspezialisten plötzlich um 3,3 Prozent an. Nachdem zuletzt Finanzinvestoren ein Gegengebot angekündigt hatten, erhöhte der Chipkonzern seine Offerte nun auf 41 Euro je Aktie. Dem näherte sich die Aktie mit zuletzt knapp 40 Euro.

Die Aktien von Rheinmetall gehörten derweil im MDax mit 2,1 Prozent zu den Verlierern. Ein Hackerangriff auf den Rüstungs- und Autozulieferkonzern hat nach Angaben des Unternehmens die Produktion in Nord- und Südamerika stark beeinträchtigt./tih/jha/

(AWP)