Aktien Frankfurt: Dax dreht ins Plus

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht. Gegen Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,30 Prozent höher bei 10'624,60 Punkten und knüpfte damit an seine vortags begonnene Erholung an. Mit angetrieben wurde er von deutlichen Kursgewinnen bei Commerzbank und Deutscher Bank.
24.08.2016 12:19

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen verlor derweil 0,06 Prozent auf 21'684,09 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,10 Prozent auf 1724,73 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,53 Prozent auf 3009,71 Punkte hoch.

COMMERZBANK: NICHT ZU VIEL VON JACKSON HOLE ERWARTEN

Nun warten die Anleger auf das internationale Notenbanker-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole. Dort treffen sich ab Donnerstag die führenden Notenbanker der Welt. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, ob die US-Notenbank Fed bald mit ihrer Zinswende weitermacht. Die Analysten der Commerzbank warnen aber vor zu hohen Erwartungen. Jackson Hole sei kein Treffen, auf dem die Fed regelmässig ihre geldpolitische Linie erläutere. Der Einfluss auf die Finanzmärkte werde daher "in der Regel überschätzt".

Commerzbank-Aktien haben sich bis zum Mittwochmittag mit fast 3 Prozent Plus an die Dax-Spitze gesetzt. Papiere der Deutschen Bank folgten dahinter mit einem Aufschlag von rund 2 Prozent. In ganz Europa habe zur Wochenmitte die Bankenbranche die Führungsrolle übernommen, sagte ein Börsianer. Sowohl die Coba-Papiere als auch die Anteilsscheine der Deutschen Bank hatten Anfang des Monats allerdings auch neue Tiefststände erreicht.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon , die 0,84 Prozent verloren. Am Vortag hatten sie noch den höchsten Stand seit Sommer 2002 markiert.

SIEMENS PROFITIERT VON ANALYSTENLOB

Siemens-Titeln half eine Kurszielanhebung der LBBW auf 115 Euro. Zudem bestätigte Analyst Volker Stoll seine Kaufempfehlung. Die Aktien des Elektrokonzerns stiegen um 1,17 Prozent auf 108,25 Euro und gehörten damit zu den besten Werten im Leitindex.

Versichereraktien zeigten sich wenig beeindruckt von einem Erdbeben in Mittelitalien mit Toten und Verletzten: Allianz verloren 0,19 Prozent, während Munich Re um 0,06 Prozent vorrückten. Im MDax verteuerten sich die Papier der Hannover Rück um 0,40 Prozent. Aktuell lasse der Vergleich mit dem schweren Erdbeben in L'Aquila 2009 vergleichsweise geringe versicherte Schäden erwarten, schrieb JPMorgan-Analyst Michael Huttner. Damals waren über 300 Menschen ums Leben gekommen.

HOCHSTUFUNG HILFT BRENNTAG

Abseits der wichtigen Indizes zogen die Anteilsscheine von Windeln.de nach der Bekanntgabe endgültiger Halbjahreszahlen um 5,59 Prozent auf 4,326 Euro an. Der Versandhändler für Baby- und Kinderartikel feierte vor allem im Ausland kräftige Zuwächse. Von früheren Kursen ist die Aktie aber weit entfernt: Zum Börsengang im Mai 2015 hatte sie noch 18 Euro gekostet - seitdem ging es stetig bergab./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)