Aktien Frankfurt: Dax erholt sich von schwachem Wochenstart

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach dem jüngsten Rückschlag wieder etwas Mut gefasst. Am Dienstag schüttelte der Dax seine anfänglichen Verluste ab und stieg um 0,57 Prozent auf 11 575,70 Punkte. Zum Start hatten ihn noch die überraschend schwache heimische Industrieproduktion belastet.
07.02.2017 15:05

Marktbeobachter Jens Klatt sprach von einer Erholung vom schwachen Wochenstart. "Doch es bleibt ein fader Beigeschmack", warnte er vor zu viel Optimismus. Der deutsche Leitindex stehe angesichts der bleibenden politischen Unsicherheiten "auf wackeligen Füssen" und könne jederzeit wieder die Unterstützungszone um die Marke von 11 400 Punkten testen. Für anhaltende Nervosität sorge insbesondere die Politik von US-Präsident Donald Trump.

AUCH ANDERE INDIZES LEGEN ZU

Nichtsdestotrotz ging es zuletzt auch für die anderen Indizes bergauf: Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann 1,13 Prozent auf 22 618,28 Punkte, und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um immerhin 0,26 Prozent auf 3246,63 Zähler vor. Dagegen trat der deutsche Technologiewerte-Index TecDax mit einem Minus von 0,02 Prozent bei 1829,76 Punkten auf der Stelle.

Anhaltende Sorgen bereitet den Marktteilnehmern derweil die Zukunft des Euroraums, nachdem die französische Spitzenkandidatin des Front National, Marine Le Pen, einen Austritt Frankreichs aus der Eurozone gefordert hatte. Der Euro blieb auch am Dienstag unter Druck und fiel unter die Marke von 1,07 US-Dollar.

GEWINNEINBRUCH BEI MUNICH RE DEUTLICHER ALS ERWARTET

Auf Unternehmensseite hatten die Anleger die Bilanzen gleich mehrerer Versicherer zu verarbeiten: So musste der weltgrösste Rückversicherer Munich Re im abgelaufenen Jahr einen stärkeren Gewinneinbruch verkraften als erwartet. Dass der Konzern gleichwohl eine höhere Dividende zahlen will, stimmte die Anleger aber offenbar milde: Nach dem anfänglichen Rutsch auf ein Zweimonatstief schaffte die Aktie zuletzt immerhin ein Plus von 0,14 Prozent.

Dagegen konnten Konkurrent Hannover Rück und dessen Mutterkonzern Talanx das Jahr 2016 mit deutlich mehr Gewinn abschliessen als ursprünglich geplant. Zudem hob nun auch Talanx die Gewinnprognose für 2017 an. Hannover Rück legten daraufhin um knapp 2 Prozent zu und Talanx gewannen über 0,5 Prozent.

GEA LOCKT MIT AKTIENRÜCKKAUF: PAPIERE AN MDAX-SPITZE

Beim Maschinenbauer Gea lockte die Anleger vor allem ein Aktienrückkaufprogramm, das die Eckdaten zum schwierigen Jahr 2016 in den Hintergrund drängte. Die Gea-Anteile hielten sich mit fast 4 Prozent Kursplus an der MDax-Spitze und standen damit höher als nach der Gewinnwarnung im Herbst. Gut kam am Markt auch an, dass Gea nun wieder zuversichtlicher in die Zukunft schaut.

Mit einem Aufschlag von mehr als 1 Prozent quittierten die Anleger die Jahresbilanz des Technologie- und Rüstungskonzerns Jenoptik , der das Jahr 2016 dank einer guten Auftragslage mit neuen Bestmarken abgeschlossen hatte. Die Aktien des Handelskonzerns Metro wurden derweil ex Dividende gehandelt. Das MDax-Unternehmen hat 1,00 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 142,23 Punkte. Der Bund Future verlor 0,21 Prozent auf 163,09 Punkte. Der Kurs des Euro sank zuletzt auf 1,0674 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0712 (Freitag: 1,0741) Dollar festgesetzt./gl/ag

(AWP)