Aktien Frankfurt: Dax geht vor Rekordhoch der Schwung aus - MDax legt vor

In Reichweite seines Rekordhochs ist dem Dax am Donnerstag ein wenig die Kraft ausgegangen. Dagegen schaffte es der MDax auf den höchsten Stand seiner Gerschichte.
30.03.2017 14:58

Am Nachmittag hielt sich der deutsche Leitindex Dax mit einem Plus von 0,08 Prozent auf 12 212,40 Punkte mit Mühe im positiven Terrain. Zur knapp zwei Jahre alte Bestmarke von 12 390 Punkten fehlen ihm noch knapp anderthalb Prozent. Die Gefahr einer Korrektur sei hoch, warnten die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar. Am Mittwochabend hatten zudem mehrere US-Notenbanker angedeutet, dass es im laufenden Jahr mehr als drei Zinsanhebungen geben könnte. Steigende Zinsen sind ein potenzieller Belastungsfaktor für die Börsen, da sie die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern können.

Der Index der mittelgrossen Werte MDax notierte indes mit einem Plus von 0,36 Prozent auf 23,741,18 Zähler so hoch wie nie zuvor, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,13 Prozent auf 2033,24 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor hingegen 0,25 Prozent.

DAIMLER NUR OPTISCH SCHWACH - HSBC-STUDIE HILFT MDAX-BANKEN

Im Dax waren die Aktien von Daimler nur optisch schwach - bereinigt um die gezahlte Dividende von 3,25 Euro waren die Titel des Autobauers kaum bewegt.

Bei MDax-Werten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Bankenaktien profitierten von einer Branchenstudie der HSBC: Die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank und der Aareal Bank gewannen nach Kaufempfehlungen 3,31 Prozent beziehungsweise 0,80 Prozent. Die Institute seien gut kapitalisiert, lobte Analyst Johannes Thormann. Er äusserte sich auch positiv zur Dividendenrendite.

ABSTUFUNG BREMST OSRAM - HHLA SCHOCKT MIT AUSBLICK

Dagegen verloren die Titel des Lichtspezialisten Osram 0,35 Prozent. Citigroup-Analyst Jason Channell strich unter Verweis auf die zuletzt starke Kursentwicklung seine Kaufempfehlung.

Im Kleinwerte-Index SDax sorgte der Hamburger Hafenbetreiber HHLA für trübe Mienen: Nach einem enttäuschenden Ausblick stürzten die gut gelaufenen Aktien um rund 13 Prozent ab. Zudem äusserte sich die französische Investmentbank Exane BNP Paribas negativ zu den Geschäftsaussichten von Containerschiff-Terminal-Betreibern allgemein.

KURSFEUERWERK BEI BIOTEST-STÄMMEN - BÖRSENGANG VON IBU-TEC

Dagegen brannten die Stammaktien von Biotest mit einem Sprung von 25,09 Prozent auf 25,00 Euro ein Kursfeuerwerk ab. Gespräche mit der Creat Group Corporation beflügelten die Stimmung. Die Chinesen seien als langfristig orientierter strategischer Investor an dem Biotech-Unternehmen interessiert, hiess es. Angestrebt werde ein Angebotspreis von 28,50 Euro je Stammaktie und 19,00 Euro je Vorzugsaktie. Die im SDax gelisteten Vorzüge verloren dagegen 3,29 Prozent auf 18,395 Euro.

Die Aktien von IBU-Tec kosteten nach dem Börsengang des Industriedienstleiter zuletzt 16,52 Euro. Das war nur minimal mehr als der Ausgabepreis von 16,50 Euro. Der Vorstand will die frischen Mittel in einen weiteren Unternehmensstandort sowie den Ausbau des Vertriebs investieren.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 142,02 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 161,38 Punkte. Der Kurs des Euro sank leicht auf 1,0734 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0748 Dollar festgesetzt./gl/mis

(AWP)