Aktien Frankfurt: Dax gönnt sich Verschnaufpause

FRANKFURT (awp international) - Nur wenig verändert hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstagnachmittag präsentiert. Der Dax notierte zuletzt praktisch unverändert bei 11 598,49 Punkten, nachdem er im Vormittagsverlauf um die Marke von 11 600 Punkten gependelt hatte. Am Montag war der deutsche Leitindex um mehr als 1 Prozent gestiegen.
03.01.2017 14:55

Der MDax , der gemeinsam mit dem SDax am Montag ein Rekordhoch erreicht hatte, gewann am Dienstag 0,18 Prozent auf 22 444,82 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,14 Prozent auf 1843,08 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent nach oben.

EXPERTE: 12 000 DAX-PUNKTE IN SICHTWEITE

"Die anziehende Inflation und besseres Wachstum in der Eurozone könnten den Bullen in diesem Jahr in die Hände spielen", glaubt Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. "Nachdem der DAX von August bis November nicht vom Fleck kam, will er nun in kürzester Zeit alles nachholen. Es scheint so, als ob viele Fonds derzeit alles stehen und liegen lassen, um bei der Rally im DAX dabei zu sein", so Stanzl. Die Marke von 12 000 Dax-Punkten sieht er bereits zum Greifen nah. Sein Kollege Jens Klatt (JFD Brokers) hingegen hält es für verfrüht, jetzt auf einen Lauf auf 12 000 Punkte zu spekulieren. Anleger sollten zunächst einen fälligen Rücksetzer in Richtung an die Marke von 10 800 Zählern abwarten, empfahl er.

Positive Nachrichten kamen am Dienstag vom deutschen Arbeitsmarkt. So ging die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl im Dezember um 17 000 zurück. Experten hatten mit weniger guten Zahlen gerechnet. Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Dezember überraschend deutlich beschleunigt. Die Jahresinflationsrate stieg von 0,8 Prozent im Vormonat auf 1,7 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg seit Juli 2013. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 1,4 Prozent gerechnet.

INFINEON FEST NACH ÜBERNAHMESPEKULATIONEN

Unter den Einzelwerten profitierten Infineon von aufgewärmten Übernahmespekulationen und verteuerten sich um gut 1 Prozent. In einem Kommentar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) wird der Halbleiterkonzern mit einem Börsenwert von rund 19 Milliarden Euro als Leckerbissen für Branchengrössen bezeichnet. Verwiesen wird dabei auf die jüngste Übernahme der niederländischen NXP durch den US-Wettbewerber Qualcomm für 47 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr hatten die Infineon-Papiere um rund 22 Prozent zugelegt.

Zalando-Aktien kletterten um 2,29 Prozent. Bereits zum Wochenstart waren die Papiere des Online-Modehändlers um mehr als anderthalb Prozent gestiegen. Die Anleger setzten offenbar auf ein gut gelaufenes Weihnachtsgeschäft, sagte ein Händler. Zudem habe sich das Bild hinsichtlich der Charttechnik aufgehellt, nachdem der Kurs am Montag die 50-Tage-Linie überwunden habe, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt.

RALLY BEI RIB SOFTWARE

Die Titel von RIB Software stiegen um 2,26 Prozent. Der Bausoftwarehersteller erwartet laut Vorstandschef Thomas Wolf aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Auftragsfertiger Flex bei Erreichen eines Marktanteils von 5 Prozent jährliche Einnahmen von 800 Millionen Euro. Das wäre ein grosser Sprung: 2015 erzielte das Unternehmen 82 Millionen Euro Umsatz. Derzeit befindet sich die gemeinsame Plattform noch im Aufbau. Die Papiere waren nach einem starken Lauf im November unter Druck geraten und hatten seither rund 17 Prozent verloren.

Nordex-Aktien gewannen 1,49 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer hat in Argentinien zwei Aufträge über 148 Megawatt erhalten. Über finanzielle Details des Auftrags wurden keine Angaben gemacht. Experten rechnen bei Windkraftanlagen an Land je installiertem Megawatt Leistung mit einem Auftragswert von rund einer Million Euro.

Bei Medigene setzte sich die Kursrally an der TecDax-Spitze mit einem Plus von 5,90 Prozent fort. Die Anteilsscheine des auf personalisierte Immuntherapien fokussierten Biotechunternehmens haben damit allein seit dem Verlaufstief Anfang Dezember um rund 66 Prozent zugelegt./edh/fbr

(AWP)