Aktien Frankfurt: Dax hält sich über 12 000-Punkte-Marke

Nach dem klaren Vortagesverlust hat der Dax am Mittwoch zu einer zaghaften Erholung angesetzt. Gebremst wurde diese jedoch von anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, dem engen Rennen um die französische Präsidentschaft und den überraschend angekündigten Neuwahlen in Grossbritannien.
19.04.2017 14:33

Am Nachmittag notierte der Dax 0,20 Prozent höher bei 12 024,97 Punkten, nachdem er am Dienstag kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 12 000 Zählern gerutscht war und letztlich nahezu 1 Prozent eingebüsst hatte. Noch vor zwei Wochen hatte der deutsche Leitindex fast sein Rekordhoch bei 12 390 Punkten aus dem April 2015 erreicht.

Der MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, sank am Mittwoch zuletzt um 0,14 Prozent auf 24 004,44 Punkte. Hauptgrund für das negative Vorzeichen war ein massiver Kursverlust bei Zalando wegen enttäuschend aufgenommener Quartalszahlen des Online-Modehändlers. Der Technologie-Index TecDax gewann 0,83 Prozent auf 2018,04 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,36 Prozent nach oben.

AUTOWERTE PROFITIEREN VON BESSEREN AUSSICHTEN

Aus Branchensicht verzeichneten Bankenwerte - auch europaweit - die stärksten Gewinne. Händler verwiesen darauf, dass die Schweizer Grossbank UBS den europäischen Bankensektor von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft hatte. Die Anteilsscheine der Commerzbank waren mit plus 3,3 Prozent Spitzenreiter im Dax. Die Aktien der Deutschen Bank rückten um mehr als 2 Prozent vor.

Auch die Papiere von Autoherstellern standen in der Anlegergunst ganz oben. So bauten die Volkswagen-Vorzugsaktien ihre deutlichen Vortagesgewinne um knapp 2 Prozent aus. Nach guten Eckdaten für das erste Quartal waren die Papiere der Wolfsburger tags zuvor um knapp 4,5 Prozent nach oben geschnellt. Analyst Tim Schuldt von der Investmentbank Equinet hält nach "deutlich besseren Ergebnissen" im Auftaktquartal nun eine Aufstockung der Jahresziele für immer wahrscheinlicher.

Nach einer positiven Absatzprognose für den chinesischen Markt gewannen die Aktien von BMW 1,7 Prozent. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete, erwartet BMW in diesem Jahr ein Absatzplus von 10 Prozent und stabile Preise in China.

PROSIEBENSAT.1 SCHWACH NACH ANALYSTENABSTUFUNG

Eine gestrichene Kaufempfehlung der Deutschen Bank versetzte den Aktien von ProSiebenSat.1 hingegen einen gehörigen Dämpfer. Die Titel des Medienkonzerns verbilligten sich um 1,5 Prozent und waren damit klares Schlusslicht im Dax. Analystin Laurie Davison sieht auf dem europäischen TV-Werbemarkt unerwartete Schwächesignale im zweiten Quartal. Dies sei angesichts der zuletzt guten Verbraucherstimmung umso besorgniserregender, schrieb sie.

Die in den vergangenen Tagen schwächelnden Aktien der Lufthansa erholten sich um 3 Prozent auf 15,605 Euro. In der Vorwoche waren die Papiere der Fluggesellschaft mit knapp über 16 Euro auf das höchste Niveau seit Mitte Juni geklettert, aber anschliessend um 6,5 Prozent zurückgekommen. Analyst Adrian Pehl von der Commerzbank stockte seine Jahresprognose vor den Geschäftszahlen in der kommenden Woche auf und setzte sein Kursziel von 9 auf 14 Euro nach oben. Er blieb jedoch bei seiner "Reduce"-Einstufung, da er sämtliche positiven Einflussfaktoren inzwischen für weitgehend eingepreist hält.

ZALANDO VERLIEREN DEUTLICH NACH ZAHLEN

Aktien von Zalando sackten nach Eckdaten zum ersten Quartal um 4,5 Prozent ab und waren damit im MDax-Tableau ganz unten zu finden. Der vorläufige Umsatz habe die Erwartungen in etwa getroffen, der breite Korridor beim Gewinn sei aber eine Enttäuschung, sagte ein Börsianer. Zalando stellte für das erste Quartal ein bereinigtes Ebit zwischen 10 und 30 Millionen Euro in Aussicht.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,04 Prozent am Vortag auf minus 0,02 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 142,81 Punkte. Der richtungweisende Bund Future verlor 0,37 Prozent auf 163,26 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0726 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0682 festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9362 Euro gekostet./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)