Aktien Frankfurt: Dax kämpft um 13 000-Punkte-Marke

Der Dax kämpft um die Marke von 13 000 Punkten. Nach einem zunächst unspektakulärem Start in die neue Handelswoche verlor der Leitindex am Montag etwas den Halt und beschleunigte bis zum Nachmittag seine Talfahrt.
13.11.2017 15:03

Zuletzt büsste das deutsche Börsenbarometer 0,98 Prozent auf 12 998,81 Punkte ein. Händler sprachen von einer "spürbaren Risikoaversion" und einer "verhaltenen, abwartenden Stimmung" unter den Anlegern, nachdem auch die japanische Börse zum Wochenauftakt erneut unter Druck geraten war. "Offensichtlich scheinen die Marktteilnehmer nun bereit zu sein, die erreichten Bewertungsniveaus kritisch nachzufragen", kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Helaba den Dax-Verlauf. Marktbeobachter Jens Klatt sagte: "Solange die 13 200er Marke nicht zurückerobert wird, besteht jederzeit die Gefahr eines Abrutschens unter die 13 000er Marke."

In der vergangenen Woche hatte der Dax seine Rally zunächst mit einem Sprung auf ein Rekordhoch bei 13 525 Zählern fortgesetzt, bevor Anleger begannen, Kasse zu machen. Auf Wochensicht hatte letztlich ein Minus von 2,6 Prozent zu Buche gestanden. Belastet hatten dabei teils durchwachsene Geschäftszahlen sowie ein etwas anziehender Eurokurs . Zuletzt nun legte die Gemeinschaftswährung nach anfänglichen frühen Verlusten wieder etwas zu und wurde mit 1,1672 US-Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1654 (Donnerstag: 1,1630) US-Dollar festgesetzt.

Der MDax der mittelgrossen Werte sank am Nachmittag um 1,08 Prozent auf 26 209,36 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,10 Prozent auf 2463,85 Punkte. Der EuroStoxx 50 büsste zuletzt 0,96 Prozent ein. In Japan hatte der Nikkei 225 zum zweiten Mal in Folge schwach geschlossen, nachdem er am Donnerstag erstmals wieder seit 25 Jahren über 23 000 Punkte geklettert war.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt standen die Papiere von Drägerwerk besonders im Fokus. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller rechnet 2018 und möglicherweise auch 2019 wegen höherer Investitionen mit einem Rückgang seiner Profitabilität. Die Aktien waren erst Anfang November nach Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal unter Druck geraten und büssten im TecDax nun weitere 12,29 Prozent ein.

Die Papiere der Compugroup hingegen legten an der Index-Spitze um rund 7,76 Prozent zu. Die Software-Firma kann nun endlich mit der Abarbeitung des Bestellberges für die Anbindung von Arzt- und Zahnarztpraxen an die Telematikinfrastruktur beginnen. Gematik, die Organisation zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland, erteilte der Compugroup als erstem Anbieter die Zulassung für die Telematik-Infrastruktur (TI).

Im SDax gewannen die Anteile der Immobiliengesellschaft Patrizia nach einer Anhebung der Jahresergebnisprognose und einer Übernahme-Mitteilung 5,24 Prozent. Die Papiere der RWE -Ökostromtochter Innogy hingegen gaben im MDax nach Aussagen über Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft Npower um 1,24 Prozent nach. Um 5,18 Prozent ging dort zugleich für die Papiere der Deutschen Pfandbriefbank abwärts. Der 2009 aus der notverstaatlichten Hypo Real Estate hervorgegangene Immobilienfinanzierer stellt sich auf ein schwierigeres Geschäft im kommenden Jahr ein.

Die allgemeine Schwäche in der Bergbau- und Stahlbranche machte dem Industriekonzern Thyssenkrupp am Nachmittag zu schaffen. Die Papiere verloren am Dax-Ende 2,75 Prozent. Der gesamte Sektor gab zugleich zum 1,72 Prozent nach.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Freitag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 141,51 Punkte. Der Bund Future legte um 0,02 Prozent auf 162,23 Punkte zu./ck/oca

(AWP)