Aktien Frankfurt: Dax kaum bewegt von US-Arbeitsmarktbericht - Weiter im Minus

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht hat den Dax am Freitag keine frischen Schwung verliehen. Der deutsche Leitindex blieb auf seinem vorherigen Niveau und stand am Nachmittag 0,86 Prozent im Minus bei 12 138,43 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich ein ähnlich hoher Verlust für ihn ab. Die US-Anleiherenditen, deren Anstieg auf mehrjährige Höchststände tags zuvor die Aktienmärkte belastet hatte, bewegten sich ebenfalls nur wenig.
05.10.2018 15:04

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax sank am Freitag um 1,32 Prozent auf 25 291,34 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,54 Prozent auf 3356,96 Zähler nach unten.

Die US-Wirtschaft hatte im September deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Dafür sind in den Vormonaten mehr Stellen hinzugekommen als bisher bekannt. Die Arbeitslosenquote ging etwas stärker zurück als von Analysten prognostiziert und erreichte den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren. Der Anstieg der Löhne und Gehälter fiel erwartungsgemäss aus. Insgesamt dürfte der Arbeitsmarktbericht die US-Notenbank Fed in ihrer Politik gradueller Leitzinserhöhungen bestätigen, schrieb Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba.

Im Dax war RWE mit mehr als 7 Prozent Minus der schwächste Wert, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster die umstrittenen Rodungspläne des Versorgers im Braunkohlegebiet Hambacher Forst vorläufig gestoppt hatte. Dies werde das operative Ergebnis (Ebitda) ab 2019 mit einem jährlichen dreistelligen Millionenbetrag belasten, teilte RWE mit.

Ansonsten stand mit Stratec Biomedical ein Wert aus den hinteren Börsenreihen im Fokus. Die Aktien des ehemaligen TecDax-Mitglieds stürzten bis auf 43,55 Euro ab, was den niedrigsten Kurs seit Dezember 2016 bedeutete. Zuletzt stand bei 48,45 Euro noch ein Minus von knapp 25 Prozent zu Buche. Der Spezialist für In-vitro-Diagnostik verschreckte seine Aktionäre mit abermals gesenkten Jahreszielen.

Im MDax sackten Scout24 nach einem negativen Analystenkommentar um fünfeinhalb Prozent auf 36,08 Euro ab - das bedeutete den niedrigsten Stand seit März. Die britische Investmentbank HSBC strich ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Die eventuell drohende Ausweitung des sogenannten Bestellerprinzips beim Immobilienkauf gefährde das Geschäftsmodell der Immobilienmakler und steigere die Unsicherheit der Anleger des Internetportal-Betreibers mit seiner Immobilienanzeigen-Sparte, schrieb Analyst Christopher Johnen.

Freenet-Titel büssten über zwei Prozent auf 20,09 Euro ein und rutschten damit auf ein Tief seit vier Jahren. Das Telekommunikationsunternehmen hatte mitgeteilt, dass der bisherige Finanzvorstand Joachim Preisig zum Jahresende seinen Abschied nimmt und durch Ingo Arnold ersetzt wird. Arnold war bei Freenet zuletzt unter anderem für Investor Relations verantwortlich. Die Personalie könnte für etwas Unsicherheit sorgen, kommentierte ein Händler.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,37 Prozent am Vortag auf 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 139,94 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,19 Prozent auf 157,75 Punkte.

Der Euro kostete 1,1525 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1502 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8694 Euro gekostet./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)