Aktien Frankfurt: Dax kommt nicht in die Gänge

Der Dax ist am Mittwoch nicht weiter in Schwung gekommen. Er pendelte in einer engen Spanne um seinen Vortagesschluss und stand am Nachmittag mit 0,18 Prozent im Minus bei 11 528,27 Punkten. Tags zuvor hatte sich der deutsche Leitindex nach seinem schwachen Wochenstart etwas stabilisiert.
08.02.2017 14:55

Börsianer sprachen von ruhigem Handel, da keine kursbewegenden Konjunkturdaten auf der Agenda standen. Von der laufenden Berichtssaison der Unternehmen gab es diesmal ebenfalls kaum Nachrichten.

KRISENBAROMETER SCHWACHER EURO

Der weiter sinkende Euro half den Aktienkursen nicht. Zwar ist ein schwacher Euro gut für die deutschen Konzerne, da er ihre Produkte für Käufer ausserhalb des Euroraums tendenziell verbilligt. Doch die Anleger übersetzten dies augenblicklich als Angst um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaftswährung, schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets.

Thu Lan Nguyen von der Commerzbank verwies darauf, dass die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom rechtsextremes Front National in den letzten Umfragen tendenziell zugelegt habe - sie strebt einen Austritt Frankreichs aus der Währungszone an. Nach dem britischen Votum für einen EU-Ausstieg und Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten sei die derzeitige Schwankungsanfälligkeit des Euro deshalb verständlich, so die Devisenexpertin.

Besser als der Dax hielten sich die anderen deutschen Indizes: Der MDax der mittelgrossen Unternehmen rückte um 0,60 Prozent auf 22 706,05 Punkte vor und der Technologie-Index TecDax gewann 0,28 Prozent auf 1839,46 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es dagegen um 0,09 Prozent auf 3232,66 Zähler nach unten.

OSRAM ERFREUT MIT STARKER PROFITABILITÄT

Hiesige Geschäftszahlen kamen zur Wochenmitte vor allem aus der zweiten und dritten Reihe: Der Lichtspezialist Osram erfreute die Anleger zum Start in das neue Geschäftsjahr mit einer starken Profitabilität. Damit war die kurzfristige Enttäuschung über die lediglich bestätigten Unternehmensziele schnell wieder vergessen: Die Papiere legten im MDax um gut 1 Prozent zu.

Ein überraschend guter Ausblick der australischen Tochter Cimic lieferte den Aktien der Mutter Hochtief kräftigen Rückenwind: Die Papiere des Baukonzerns gehörten mit einem Kursaufschlag von knapp 1,5 Prozent zu den klaren Favoriten im Index der mittelgrossen Unternehmen.

STUDIEN BEFLÜGELN GEA UND LUFTHANSA

Noch stärker zeigten sich Gea mit einem Aufschlag von 3 Prozent. Die Aktien des Anlagenbauers profitierten von einer Kaufempfehlung der Schweizer Bank Credit Suisse, die auf weitere Aktienrückkäufe hofft. Optimistische Erwartungen der französischen Grossbank Societe Generale liessen die Lufthansa-Papiere durchstarten: Sie führten mit einem Aufschlag von über 3 Prozent die Riege der Dax-Gewinner klar an.

Papiere der Deutschen Börse sanken hingegen um gut 1 Prozent. Zuvor war bekannt geworden, dass die EU-Kommission die Prüffrist für die geplante Fusion mit dem Londoner Wettbewerber LSE bis zum 3. April verlängert hat.

GRENKE-ZAHLEN ÜBERZEUGEN

Im Nebenwerteindex SDax konnte IT-Leasingspezialist Grenke mit der überraschend deutlichen Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr punkten: Die Aktien stiegen um knapp 1 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Vortag auf 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,28 Punkte. Der Bund Future gewann 0,47 Prozent auf 164,28 Punkte. Der Kurs des Euro sank zuletzt auf 1,0669 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0675 (Montag: 1,0712) Dollar festgesetzt./gl/ag

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)